NPD: Angriff auf Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl in Saarbrücken

Zwischenfall in Saarbrücken : Angriff auf NPD-Oberbürgermeisterkandidat? Staatsschutz ermittelt

Mit einer auf der Haut brennenden Flüssigkeit soll ein Unbekannter einen Anschlag auf den NPD-Politiker Otfried Best verübt haben. Noch haben Fahnder den Politiker, der am Sonntag zur Wahl um das Oberbürgermeisteramt in Saarbrücken antritt, nicht vernehmen können. Das hat aber nichts mit der Verletzung zu tun.

Nahe des Saarbasars in Saarbrücken hat am Samstag (25. Mai) gegen 5.50 Uhr ein Mann mit einer Flüssigkeit auf den Oberbürgermeisterkandidaten der NPD, Otfried Best, gezielt. Anschließend musste der Politiker mit gereizter Haut und brennenden Augen in der Winterberg-Klinik versorgt werden, wurde aber auf eigenen Wunsch kurze Zeit später wieder entlassen. Das tat Best selbst über die Internetplattform Facebook öffentlichkeitswirksam kund. So habe sich der Zwischenfall ereignet, als er mit seinem Landesvorsitzenden Peter Marx im Wahlkampf-Endspurt Plakate aufhing.

Otfried Best, NPD-Kandidat um das Oberbürgermeisteramt in Saarbrücken. Foto: BeckerBredel

Direkte Suche nach dem Täter blieb erfolglos

Foto: Matthias Zimmermann

Wie Polizeisprecher Georg Himbert am Nachmittag mitteilte, ist der Staatsschutz eingeschaltet, weil der Verdacht bestehe, dass es sich um eine politisch motivierte Tat handeln könne. Er habe unmittelbar nach dem geschilderten Vorfall die Arbeit aufgenommen. Bei einer gleich eingeleiteten Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter im weiträumigen Umfeld des Einkaufszentrums machten die Ermittler aber keinen Verdächtigen aus.

Politiker vertröstet Ermittler auf Montag

Auffällig in diesem konkreten Fall: Üblicherweise kommt es im unmittelbaren Anschluss an einen polizeirelevanten Zwischenfall zur Vernehmung des Opfers, so weit dies gesundheitlich möglich erscheint. Das sei auch jetzt so vorgesehen gewesen, sagte Himbert. Allerdings habe Best dies ausgeschlagen, die Ermittler auf Montag vertröstet.

Bei Facebook agitiert er politisch gegen mutmaßlichen Täter

Via Internet machte er allerdings schon erste vage Angaben über den vermutlichen Täter und verband diese sogleich mit einer politischen Wertung, ohne diese aber zu begründen: „Es war ein Ausländer, vermutlich einer von Merkels Facharbeitern.“ Der SZ gegenüber konkretisierte er später: ein zwischen 30 und 35 Jahre alter Mann, vermutlich türkischer Abstammung. Dieser habe bereits zuvor ihn und Marx aus einem fahrenden Auto heraus in Schafbrücke beschimpft.

Offensichtlich kein Vertrauen in Arbeit der Ermittler

Im weiteren Verlauf seiner öffentlichen Mitteilung im sozialen Netzwerk machte er keinen Hehl daraus, was er von den Erfolgsaussichten der polizeilichen Ermittlungen hält: „Der Staatsschutz ermittelt, aber wie wir wissen, kommt nicht viel dabei raus.Das deutsche Volk muss jetzt wach werden und aufstehen.“

Best zieht Wahlkampf einer Aussage vor

Gleichwohl war er am Samstag nicht dazu bereit, bei den Fahndern auszusagen und sie so bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Auf SZ-Anfrage begründete er dies mit dem Wahlkampf. Den wolle er erst zu Ende bringen. Darum habe er zum Wochenbeginn für die Polizei Zeit, um auszusagen.

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