Neues Kunstwerk auf dem Fernbusbahnhof

Kunst im öffentlichen Raum : „Von hier“ geht es jetzt „nach dort“

Ein zweiteiliges Kunstwerk soll den Fernbusbahnhof in Saarbrücken aufwerten. Dass es aber gleich den ganzen Platz retten kann, glaubt selbst der Künstler nicht.

Gestern haben der Saarbrücker Kulturdezernent Thomas Brück und der Künstler Ralf Werner auf dem Fernbusbahnhof eine künstlerische Arbeit von Werner offiziell der Öffentlichkeit übergeben. Das zweiteilige Werk, von dem sich eines auf dem Dach des Kassenhäuschens und eines auf einem Gerüst am gegenüberliegenden Platzrand befindet, besteht jeweils aus schwarzen Metall-Buchstaben. Die Besonderheit dieser Buchstaben liegt darin, dass sie dreidimensional sind und noch einen zweiten (oder sogar dritten) enthalten.

Je nachdem, aus welchem Winkel man sie betrachtet, ergeben sie die Wortfolgen „VON HIER“ oder „NACH DORT“. Mit dem Werk gewann Werner, der als Kunstprofessor an der Hochschule der Bildenden Künste unterrichtet und in Düsseldorf lebt, 2017 einen Wettbewerb, zu dem die Stadt zehn Künstler und Künstlerteams eingeladen hatte.

Der Vorschlag, den Fernbusbahnhof durch ein Kunstwerk aufzuwerten, ging damals von der städtischen Kunstkommission aus, deren Fehlen gestern Bedauern hervorrief. „Es ist ein Unort, der nicht unbedingt prädestiniert ist für ein Kunstwerk, aber genau deswegen ist man hier hingegangen“, erklärte Kulturdezernent Brück und wies noch einmal auf die Begründung der Wettbewerbsjury hin, die sich mehrheitlich ohne Gegenstimme für Werners Entwurf entschieden hatte.

Ralf Werner, so das Urteil, habe mit dem ebenso einfachen wie komplexen Wortspiel „Von hier/nach dort“ das Wesen des Reisens und aller Facetten von Reisen, Weggehen und Wiederkehren künstlerisch überzeugend umgesetzt.

Natürlich könne so ein Kunstwerk nicht einen ganzen Platz retten, aber bewirken könne es, „dass man beim Warten auf den Bus auf den ein oder anderen Gedanken kommt“, sagte Werner.

„Jeder, der am Bussteig auf den Bus wartet, liest ,VON HIER’, und wenn der Bus den Platz verlässt, liest er ,NACH DORT’, erläuterte der Künstler und zeigte sich mit der Wirkung seines Werks sehr zufrieden. Dass die Arbeit erst drei Jahre nach dem Wettbewerbe eingeweiht wurde, lag nach Angaben der Beteiligten an der komplexen statischen Prüfung. Aufgestellt wurde es jedoch bereits am 20. Dezember.

Eine Dokumentation des Künstlerwettbewerbs, die das Institut für aktuelle Kunst im Saarland erstellt hat, gibt es auf www.saarbruecken.de zum Download.

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