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Gleichstellung der Frauen
Neue Geschäftsstelle für den Frauenrat

„100 Jahre Frauenrecht“ gilt es 2018 zu feiern. 1918, vor genau 100 Jahren, bekamen Frauen in Deutschland das Wahlrecht.
„100 Jahre Frauenrecht“ gilt es 2018 zu feiern. 1918, vor genau 100 Jahren, bekamen Frauen in Deutschland das Wahlrecht. FOTO: BECKER&BREDEL / bub
Saarbrücken. 40 000 Euro gab es dafür vom Sozialministerium. Das Bündnis setzt sich für die Gleichstellung der Frauen in der Gesellschaft ein. Von Silvia Buss

Seit 1984 setzt sich der Frauenrat Saarland unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker“ dafür ein, die Gleichstellung der Frauen in der Gesellschaft voranzutreiben. Als Dachorganisation vertritt er die Interessen von immerhin 100 000 saarländischen Frauen. Denn so viele weibliche Mitglieder haben die Frauenorganisationen von der Frauengenderbibliothek bis zum Ärztinnen- und Juristinnenbund und die gemischten Vereinigungen mit eigenen Frauenabteilungen wie Gewerkschaften, Kirchenverbände, Wohlfahrtsorganisationen und Parteien, die ihm angehören.


„Unser Anliegen ist, dass die Frauenverbände sich vernetzen, den Informationsaustausch untereinander verstärken, aber auch gemeinsame Kampagnen und Veranstaltungen auf die Beine stellen“, erklärt die Vorsitzende des saarländischen Frauenrats, Eva Groterath.

Das zweite große Anliegen des Frauenrats ist es laut Groterath, „die Frauenbelange an die Landesregierung heranzutragen“. Und die wisse auch, wie wichtig der Frauenrat sei. So würden etwa EU-Gelder für Projekte nur fließen, wenn belegt sei, dass auch Frauen beteiligt werden und davon profitieren. Deshalb sitze der Frauenrat dann in den Ministerien beratend mit am Tisch. Dennoch musste der Frauenrat über 15 Jahre baggern, um institutionelle Förderung zu erhalten.



Doch jetzt hat es endlich geklappt. Im Koalitionsvertrag hatten CDU und SPD dies festgeschrieben. So erhielt der Frauenrat zum Jahresende vom Sozialministerium 40 000 Euro, um eine Geschäftsstelle mit einer Geschäftsführerin auf halber Stelle zu betreiben. Nur durch die eigenen Mitgliedsbeiträge wäre das laut Groterath nicht zu stemmen. Weitere 10 000 Euro gab es durch Toto-Mittel für die Büroausstattung dazu. Gestern kam Sozialministerin Monika Bachmann in der Heinestraße 2-4 vorbei, um diesen Fortschritt gemeinsam mit Mitgliedern des Frauenrats zu feiern. An Aufgaben mangelt es den Frauen nicht. „Eines unserer Schwerpunktthemen der letzten Jahre war etwa das Voranbringen eines Paritätsgesetzes, das die adäquate Beteiligung von Frauen in politischen Gremien sicherstellen soll“, sagt Groterath. Auch für die Reform des Sexualstrafrechts habe man sich eingesetzt – mit Erfolg. Dranbleiben wollen sie auch am Thema Landesgleichstellungsgesetz. Denn eine Diskussion, die der Frauenrat im Vorjahr vor vollem Hause im Landtag veranstaltete, habe gezeigt, dass es in der Praxis noch große Unterschiede bei der personellen und materiellen Ausstattung und der strukturellen Einbindung gebe. „An der Uni haben die Gleichstellungsbeauftragten fast paradiesische Zustände, aber in manchen Ämtern sind sie Einzelkämpferinnen, die es schwer haben Gehör zu finden“, fasst Groterath die Lage zusammen. Jetzt laufen bei Lisa Weber, der neuen Geschäftsführerin, die Vorbereitungen für den Internationalen Frauentag am 8. März auf Hochtouren. „100 Jahre Frauenrecht“ gilt es 2018 zu würdigen. Höhepunkt soll Weber zufolge ein großer Polit-Talk mit Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und Oberbürgermeisterin Charlotte Britz sein.

Lisa Weber Foto: Buss
Lisa Weber Foto: Buss FOTO: Silvia Buss
Eva Groterath Foto: Buss
Eva Groterath Foto: Buss FOTO: Silvia Buss