Nepal-Ausstellung von Wolfgang Pietrzok: Nepal-Ausstellung von Wolfgang Pietrzok

Nepal-Ausstellung von Wolfgang Pietrzok : Nepal-Ausstellung von Wolfgang Pietrzok

Der renommierte Saarbrücker Fotograf zeigt sich bei Sali e Tabacchi von einer ungewohnten Seite.

Wenn Wolfgang Pietrzok beginnt, von seinen Reisen nach Nepal zu erzählen, dann merkt man ihm an, dass es ihm dieses Land mit seinen kargen Landschaften und warmherzigen Menschen sehr angetan hat. „Die Gastfreundschaft der Menschen dort, die in ganz einfachen Häusern leben, und ihre Gelassenheit, das hat mich sehr fasziniert“, sagt er. Schon 2012 bereiste er ein erstes Mal das Land, damals mit fünf Freunden und mehreren nepalesischen Führern und viel Gepäck. Dann noch ein zweites Mal, 2014. Begleitet hatte ihn jeweils seine digitale Kamera, mit der er insgesamt fast 5000 Fotos aufnahm.

Die fotografischen Ergebnisse dieser Reisen sind nun in der kleinen, gemütlichen Galerie „Sali e Tabacchi“ in der Saarbrücker Feldmannstraße zu sehen. Und die sind wirklich sehenswert, denn Wolfgang Pietrzok ist nicht umsonst ein sehr bekannter Fotokünstler. Geboren in der Nähe von Hannover, studierte er an der Werkkunstschule Hannover und in Kassel, wo er sich schon im Studium auf die Fotografie spezialisiert hatte. 1979 zog er nach Saarbrücken, arbeitete viele Jahre als Kunsterzieher, widmete sich aber immer auch seinen künstlerischen Projekten.

„Ich habe immer an meinen Fotografien gearbeitet, aber nie als gewerblicher Fotograf.“ Seine Fotografien wurden in vielen Ausstellungen gezeigt, wurden in namhafte Sammlungen übernommen, seine Foto-Serie „Quetschung“ hat es sogar in das Buch „Photographie des 20. Jahrhunderts“, des Museums Ludwig Köln geschafft.

In der Serie „Nepal“ zeigt Wolfgang Pietrzok nun zum ersten Mal dokumentarische Fotos. „Während ich sonst Fotos inszeniere oder seriell arbeite, ist das hier ganz anders. Denn die Fotos sind nicht gestellt und auch kaum nachbearbeitet.“

Und so zeigen diese Fotos das Land Nepal ganz unverfälscht. Man sieht die trockenen, kalten Landschaften ohne Vegetation, aber voller Geröll, dann auch Fotos von zusammengefügten Mauern aus Pilgersteinen oder einem zugefrorenen See mit Kultgegenständen. Und immer wieder Fotos von Menschen.

Kinder, die sich anscheinend sehr bereitwillig vor der Kamera positioniert haben, das zerfurchte, verwitterte, gelebte Gesicht eines alten Mannes mit Gebetsmühle, eine Frau in bunten Stoffen beim Weben oder aber auch eine Karawane von nepalesischen Guides, vollgepackt mit Kartons und Gepäck.

Das Besondere an diesen Fotografien ist, dass man intuitiv merkt, dass da nicht nur einer ganz behutsam das Land und seine Einwohner beobachtet, begleitet und fotografiert hat, sondern dass sich seine Sympathie, Annäherung und Respekt für Land und Leute auch auf den Betrachter überträgt.

Ausstellung „Nepal. Fotoarbeiten von Wolfgang Pietrzok“ bis 13. Juni in der Galerie Sali e Tabacchi in der Feldmannstraße 144, Geöffnet Montag und Mittwoch, jeweils 16 bis 19 Uhr und jederzeit nach vorheriger  Vereinbarung.
http://salietabacchi-sb.de/