Die Kultparty ist zurück : Nauwieser Fest feiert eine tolle Neuauflage

Knapp 25 000 Besucher kamen am Wochenende zum Nauwieser Fest nach Saarbrücken. Wie in der Vergangenheit war wieder für jeden etwas dabei, kulinarisch wie musikalisch.

Am Freitag- und Samstagabend ging es im Nauwieser Viertel nur in Gänsefüßchen voran. Himmel und Menschen waren gekommen, um das Saarbrücker Kultfest nach einem Jahr Abstinenz wieder zu feiern. „Ich komme gerade aus dem Urlaub und hab’ jetzt richtig Lust zu feiern“, sagte Martin aus Saarbrücken am Samstagabend, bevor er auf die Piste ging. Er wohnt im Nauwieser Viertel und ihn stört der Festlärm an den drei Tagen überhaupt nicht. Auch die Polizei meldete keinerlei Vorkommnisse.

Überhaupt hatte man den Eindruck, als würden die Viertelbewohner von allen am meisten feiern. Viele hatten private Partys organisiert und so dröhnte neben der Festmusik auch allerhand Beschallung aus so mancher Wohnung. „Das Nauwieser Fest ist einfach Kult und dieses Fest muss es einfach jedes Jahr geben“, sagte Miriam aus St. Ingbert, die schon viele Jahre auf das Fest kommt. In diesem Jahr zum ersten Mal mit T-Shirt, Rock und Badelatschen. „Das trägt man jetzt so, das ist modern“, so die 23-Jährige.

Die Mode auf dem Fest ist im übrigen genauso bunt, wie die Besucher an sich. Alle Gesellschaftsschichten waren vertreten – mal fein im Abendkleid, mal mit kurzer Hose und Flipflops. Es gab von Champagner bis Dosenbier so ziemlich alle Getränke, die man sich vorstellen kann. Das Gleiche bei den Gerüchen: An der einen Ecke lag ein feiner Duft eines edlen Parfüms in der Luft und an der anderen lief man durch eine Marihuana-Wolke. „Die Vielfalt ist genau das, was dieses Fest ausmacht. Ich habe das Fest vermisst“, sagte Markus aus Malstatt.

Timo Schmidt hat das Fest in diesem Jahr erstmals mit seinem Unternehmen „GUEG KulturWerkstatt“ organisiert. „Es war viel Arbeit und wir waren ein halbes Jahr nur am Organisieren. Ich liebe dieses Fest genau so wie die vielen Besucher. Wir wollten einfach nicht, dass es ausstirbt“, so Timo Schmidt. Probleme, Standbetreiber zu finden, hatten die Organisatoren nicht. 90 Bewerber gab es für 70 Plätze. „Wir mussten einigen absagen, da wir auf die Vielfalt achten mussten. Wir sind für das erste Jahr sehr zufrieden. Es waren insgesamt etwa 25 000 Menschen an den drei Tagen da. Früher waren es etwas mehr, aber wir hoffen, dass wir da im nächsten Jahr wieder hinkommen. Wir organisieren das Fest auch 2020“, sagt Timo Schmidt.

Freitags gab es in den Abendstunden einige kurze Regenfälle, dennoch waren am ersten Tag die meisten Besucher da. Auch sonntags ließen sich viele Menschen trotz leichten Niederschlags den Festbesuch in Nauwieser Viertel nicht nehmen. „Es ist das schönste Fest von Saarbrücken und wir wollten unbedingt vorbeischauen“, sagte Clelia Eckhart, die mit ihrem Mann Patrick und der einjährigen Tochter Dalia sonntags gemütlich über das Fest spazierte. „Früher waren wir freitags und samstags hier, um Party zu machen. Mit unserer kleinen Tochter funktioniert das nicht mehr so, deshalb kommen wir sonntags. Es ist bei diesem Fest eben für jeden etwas dabei“, so Patrick Eckhart.

Clelia Eckhart spazierte mit ihren Mann Patrick und Tochter Dalia am Sonntag über das Nauwieser Viertelfest. Foto: Heiko Lehmann

Das Nauwieser Viertelfest feierte in diesem Jahr eine tolle Neuauflage und wird nach Aussage der Organisatoren auch so schnell nicht vom Aussterben bedroht sein.