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Unangekündigter Protestmarsch in Saarbrücken
Nach Mahnwache für ertrunkene Flüchtlinge: Demonstranten ziehen spontan zum St. Johanner Markt

Nach der friedlichen Mahnwache (Foto) vor der Saarbrücker Europagalerie für die im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge musste  die Polizei noch eingreifen.
Nach der friedlichen Mahnwache (Foto) vor der Saarbrücker Europagalerie für die im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge musste die Polizei noch eingreifen. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Polizei begleitet nicht genehmigten Protestzug durch die Innenstadt und nimmt mutmaßlichen Organisator fest. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Nach dem friedlichen Protest von mehreren 100 Teilnehmern einer Mahnwache für Flüchtlinge, die im Mittelmeer ertrunken sind, hat sich überraschend ein Demonstrationszug durch die Saarbrücker Innenstadt in Bewegung gesetzt. Wie am Donnerstagabend (19. Juli 2018) ein St. Johanner Polizeisprecher meldet, machten sich gegen 18.40 Uhr nach Abschluss der vor der Europagalerie genehmigten Veranstaltung an die 120 Menschen aus der Gruppe auf den nicht angemeldeten Marsch durch die Bahnhofstraße in Richtung St. Johanner Markt. An mehreren Stellen stoppten sie für Redebeiträge. Dabei geißelten sie wie zuvor auf dem Galerieplatz Politiker wegen deren Umgangs mit den Flüchtlingen. Sie gaben den europäischen Regierungen Schuld daran, dass Menschen im Mittelmeer sterben. Auch vor der CDU-Zentrale in der Paul-Marien-Straße stoppten die Teilnehmer. Weiter zogen sie durch die Mainzer Straße zum Landwehrplatz, wo sich der Protestzug ohne Zwischenfälle gegen 20 Uhr auflöste.


Allerdings nahmen die Ermittler einen Mann vorläufig fest. Er steht im Verdacht, für die verbotene, weil nicht angemeldete Demonstration verantwortlich zu sein. Nachdem seine Personalien festgestellt worden waren, kam er wieder auf freien Fuß.