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Kolumne
Nach dem Brand lodern noch viele Fragen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Wie konnte es zu der Brandkatastrophe mit Toten und Verletzten kommen? Und hätte man Schlimmeres verhindern können? Von Jörg Wingertszahn

Auch eine Woche nach der verheerenden Brandkatastrophe mit vier Toten und 20 Verletzten bleiben viele Fragen. Ist die mutmaßliche Brandstifterin überhaupt schuldfähig? Erste Aussagen ihres Anwalts lassen daran zweifeln. Denn beim ersten Gespräch mit ihr habe sie sehr verwirrt  gewirkt und zusammenhanglos gesprochen. Von Stimmen im Kopf habe sie ihm berichtet. Auch gebe es nach dem Gespräch, so der Anwalt, Hinweise auf Alkohol- und Drogenmissbrauch. Sollte es zu einer Anklage und Verhandlung  kommen, werden die Richter vor einem Dilemma stehen. Wie urteilt man  über eine Person, die möglicherweise gar nicht gewusst hat, was sie tat und die Folgen ihres Handelns nicht erkannte?


Rauchmelder soll es nach Angaben der Feuerwehr in dem Wohnhaus gegeben haben. Haben die nicht funktioniert? Wurden die Bewohner einfach nicht gewarnt? Und wieso war eine der Drehleitern nicht voll einsatzfähig? Schon einmal brannte es im selben Haus, und da konnte eine Drehleiter damals Schlimmeres verhindern.

Was ist mit den Vorwürfen aus den Reihen der Feuerwehr, man habe nicht genügend Leute? Kann eine Landeshauptstadt es sich leisten, sowohl beim Material als auch beim Personal der Feuerwehr zu sparen? Sicherlich nicht. Die Brandkatastrophe ist das eine, eine schlechte Ausstattung das andere. Sollten die Vorwürfe stimmen, wäre es fahrlässig, sie zu ignorieren. Die SZ wird das weiterverfolgen.



Und was ist mit dem Mann, dessen Einrichtung vom Jobcenter finanziert wurde? Die ist ja nun komplett zerstört. Den Kredit dafür muss er offenbar zurückzahlen. Vielleicht findet das Jobcenter trotz aller rechtlichen Vorgaben eine humane Regelung.