Kolumne : Muss denn alles Sinn haben?

Es gibt Leute, die wollen, dass ich mir Brokkolisalat mache, weil das so einfach ist und so günstig. Und so fing es an: „Gehst Du dann immer auswärts essen?“ „Aber nein, ich koche gerne. Mexikanisch zum Beispiel, Enchiladas, Tacos und so.“ „Kann man denn nicht einfach mal Brokkolisalat machen?“

Klar.

Brokkolisalat ist billig, geht schnell und hat einen Haufen Vitamine. Ich verstehe schon.

Aber, wie soll ich’s erklären? Am besten so: Gestern bin ich kurz mal aus der Redaktion raus, weil ich mir unbedingt einen Becher kaufen wollte. Der war mir seit dem Morgen nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Der Becher ist aus Bambus und sieht so aus wie die Pappbecher für einen Coffee to go. Er ist als Ersatz für sie gedacht, denn diese Becher sind inzwischen ja in Verruf geraten, die Müllhalden noch größer zu machen, als sie es eh schon sind. Millionen Stück liegen da, mit den ganzen Plastikdeckeln. Manche Saarbrücker Coffee-to-go-Shops verlkaufen ihren Kaffee übrigens ein bisschen billiger, wenn man mit seinem eigenen Becher aufkreuzt, also einfach mal nachfragen, wer auch so einen hat. Der zweitschönste Bambusbecher „Namasté“ mit einer meditierenden Comicfrau bemalt und wahrscheinlich für junge sportliche Frauen gedacht (auf dem schönsten stand leider „Hipster“), kostete mich 14,99 Euro, und man kann ihn sogar getrost in die Geschirrspülmaschine stellen, die ich nicht habe. Der Becher hat für mich insofern keinen Sinn, weil ich mir unglaublich selten einen Coffee to go kaufe. Der Kaffee aus solchen Maschinen schmeckt mir nicht, aber ich habe heute trotzdem schon zwei getrunken, weil ich jetzt diesen tollen Becher habe. Damit habe ich uns schon vor zwei weggeworfenen Pappbechern bewahrt.

Was das mit Brokkolisalat zu tun hat? Na, das ist genau der Grund dafür, warum ich mir keinen mache. Verstanden? Nein? Ich weiß. Das hat alles auf den ersten Blick überhaupt keinen Sinn. Namasté.