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Musik-Battles
Musikfans wählen ihre Favoriten fürs Finale

Im vergangenen Jahr wurde die „Alternative für Deutschrap“ Dritter. Auch dieses Mal tritt die Band wieder an und hofft auf eine gute Platzierung.
Im vergangenen Jahr wurde die „Alternative für Deutschrap“ Dritter. Auch dieses Mal tritt die Band wieder an und hofft auf eine gute Platzierung. FOTO: Nicole Burkhardt
Saarbrücken. Beim „Battle of the bands“ treten dieses Jahr wieder 28 Gruppen gegeneinander an. Die Vielfalt der Darbietungen nimmt zu. Von Nicole Burkhardt

Zwei Bildschirme, Schwenker, Biertische und Bänke. Nein, am Sonntagnachmittag versammeln sich im Devils Club am Ostbahnhof ausnahmsweise keine Fußballfans, sondern Musikfans. In einem Publikumsvoting werden hier alle 28 eingereichten Musikvideos bewertet und somit entschieden, welche 24 letztendlich live beim „Battle of the Bands“ vom Musikbüro Saar gegeneinander antreten werden. Die Stimmung ist ausgelassen, Gespräche über Musik und Bands zwischen den Musikern und deren Fans bestimmen den Nachmittag bereits ab 15 Uhr.


Manche verfolgen aufmerksam und gewissenhaft die musikalischen Einreichungen, für andere geht es eher ums netzwerken und trinken. „Ich glaube, dass die Leute bisher ehrlich und fair bewertet haben“, sagt David Lawrence, Vorsitzender des Vereins. Denn Publikumsvoting ist oft eine heikle Angelegenheit – nicht dass am Ende jeder nur für sich fünf Sterne gibt und den anderen nur einen Stern. Die Qualität soll entscheiden. Aber bei 28 Bands und über 50 Besuchern vermische sich das ganze und führe letztendlich schon zu einem aussagekräftigen Bild, da ist sich der Vorstand relativ sicher.

Auch Jannik Schäuble gibt sich Mühe, eine faire Bewertung abzugeben und sitzt konzentriert über seinem Zettel. „Ich habe mir alle Videos angeguckt und versuche unvoreingenommen zu bewerten“, erzählt der Sänger der Band deZent. Bisher seien sie mit deZent immer unter die fünf bis zehn Besten gekommen. Nun hofft er, dass er in die Auswahl kommt, obwohl er nicht die ganze Band und Fans mitgebracht hat. Es werde immer schwieriger, die Konkurrenz größer und die Durchmischung der Stile vielfältiger. „Wir machen Punkrock, aber es sind so ziemlich alle Musikstile dabei dieses Mal“, sagt Jannik. Für ihn zähle aber nicht der persönliche Musikgeschmack, sondern die Qualität und das Musikvideo. Und da gibt es große Unterschiede: Von einer Art Diaschau ohne Bewegtbild bis hin zur professionellen Aufmachung mit Drohnenaufnahme, ist dieses Mal alles dabei. DeZent beispielsweise erzählen eine aufwändige Geschichte mit Drehbuch.



Die letztjährigen Drittplatzierten „Alternative für Deutschrap“ geben in einem Publikumsinterview den Bewerbern hilfreiche Hinweise. „Regelmäßiges Proben ist schon mal eine gute Vorbereitung auf die Auftritte“, empfiehlt Andi Jost mit einem Augenzwinkern. Bei ihnen habe das immer ganz gut funktioniert. „Das Battle of the Bands zieht Leute, da sind nicht nur die Familie und Freunde da, sondern alle möglichen Leute“, erzählt er. Das Battle sei von und für die Musikfans von hier und fördere die Live-Szene. Auch die Möglichkeit Gigs zu spielen habe sich für die „Alternative für Deutschrap“ durch das Battle of the Bands vergrößert.

Sein Mitmusiker Martin Lang hebt hervor, dass es im Gegensatz zu kommerziellen Wettbewerben vollkommen umsonst sei und die Kritik der Jury „fair und ehrlich“ bringe einen auch musikalisch weiter. Die junge Deutschrap-Band hat einen besonderen, eigenen Stil mit dem dominanten Sänger, eigene, authentische Songs und eine große Bühnenpräsenz ließ die Band letztes Jahr ins Finale kommen. Auch das Preisgeld ist ein Anreiz, den die „Alternative“ gerne annimmt.

Letztendlich geht es aber hauptsächlich ums kennenlernen, Musik machen und Netzwerken, dieser Meinung ist Oscar Braun, Gründungsmitglied und Schatzmeister des Musikbüros. Ab August gibt es dann, meistens sonntags, die Battles. Ein Sommer voller Live-Musik ist also sicher. Und auch deZent wird dieses Jahr wieder dabei sein.

Weitere Informationen zu den kommenden Konzerten, insgesamt 15 Stück ab August, gibt es auf www.musikbuerosaar.org und die Möglichkeit, Mitglied zu werden.

 Jannik Schäuble (links) und Björn Coen gehören zur Band „Dezent“, die Punkrock spielt.
Jannik Schäuble (links) und Björn Coen gehören zur Band „Dezent“, die Punkrock spielt. FOTO: Nicole Burkhardt