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Feuerwehr
Motto: Einmal in der Feuerwehr, dann für immer Feuerwehr

Joachim Dumont (58) zeigt Dominik Ruffing (17), wie man mit einem Atemschutzgerät umgeht.
Joachim Dumont (58) zeigt Dominik Ruffing (17), wie man mit einem Atemschutzgerät umgeht. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Im Löschbezirk Saarbrücken-St. Johann lernen die Jungen von den Alten. Die Begeisterung ist bei beiden gleich groß. Und der Respekt auch.

Von den Alten lernen, das war früher so und hat sich bis heute nicht geändert. Trotz Internet und Social Media lässt sich der Nachwuchs noch immer am besten alles von den alten Hasen zeigen und vormachen: „Das war bei mir vor 40 Jahren schon so, und wir machen das heute nicht anders“, sagt Joachim Dumont (58), Feuerwehrmann im Löschbezirk 13 St. Johann der Freiwilligen Feuerwehr Saarbrücken. Als er vor 41 Jahren Feuerwehrmann wurde, hatten sie ihn herzlich aufgenommen. „Ich war als Kind schon begeistert von den großen roten Autos. Da lebten wir in Stuttgart, wo es in der Stadt kein Ehrenamt bei der Feuerwehr gab. Dann zogen meine Eltern nach Saarbrücken, um dort die Jugendherberge zu übernehmen. Ich meldete mich sofort bei den 13ern an“, sagt er heute.


Sein prägendster Einsatz war gleich auch sein erster. „Wir mussten nach Lauterbach, wo ein Damm gebrochen war und Schlamm in den Ort strömte. Ich hab das nie vergessen, es war halt mein erster Einsatz.“ Das schlimmste Erlebnis hatte er jetzt aber eher gegen Ende der Feuerwehrkarriere, als 2017 der Brand in der Saaruferstraße vier Tote forderte. „Das war ein Verbrechen einer Brandstifterin. Sie nutzte Brandbeschleuniger. Wir hatten keine Chance, diese Menschen zu retten. Aber man überlegt tagelang, ob man alles richtig gemacht hat. Da helfen die Besprechungen im Team“, sagt er.

Seine Begeisterung habe er nie eingebüßt. „Da hast du noch 41 Jahre vor dir“, sagt er zu Dominik Ruffing (17) und schlägt dem Gymnasiasten auf die Schultern.



Der Feuerwehr-Frischling ist erst acht Monate dabei. Zwei Jahre dauert es, bis er den Ausbildungsstand haben wird, um echte Einsätze wahrnehmen zu dürfen. „Da springen schon mal welche ab. Aber es gibt so viel zu lernen, da wird einem nicht langweilig, und bei den realitätsnahen Übungen bin ich schon dabei“, sagt Ruffing. Auch er hatte den Kindheitstraum, Feuerwehrmann zu sein, genau wie Dumont. „Nach dem ersten Schnupperabend bin ich geblieben. Alle haben sich mir gleich vorgestellt, ich fühlte mich gut aufgenommen“, erzählt der Willi-Graf-Schüler, der im nächsten Jahr Abitur machen wird und seine Eltern überzeugen musste, dass die Schule nicht leiden würde.

Sein Berufswunsch zielt in den Blaulichtbereich, Ruffing will Notfallsanitäter werden und ist daher parallel beim Rotkreuz-Ortsverein St. Johann aktiv. „In beiden Organisationen geben mir die Alten ihre Erfahrung mit“, sagt er.