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Mit einem Theaterworkshop fing alles an

Tollkirschen feiern Geburtstag : Giftig nur für Langweiler

Die Frauen-Kabarett-Gruppe „Die Tollkirschen“ feiern ihr zehnjähriges Bestehen mit einem großen Auftritt im Passage-Kino.

Im Bliestal sind „Die Tollkirschen“, eine rein weibliche Amateur-Kabarett-Gruppe, bereits legendär. Gerade erst im Dezember haben sie ihr zehnjähriges Jubiläumsprogramm in der Festhalle Blieskastel aufgeführt – vor über 400 begeisterten Zuschauern. „Der Auftritt in Blieskastel war ein großer Erfolg. Zumindest gab es für uns lang anhaltenden Applaus und Standing Ovations“, schwärmt Heidi Müller, eine der Kreativen der Tollkirschen. Neben ihr gehören Stephanie Albrecht, Christel Görgen, Walburga Klein, Tanja Regitz, Margit Schillo und Marliese Wolter zu der Truppe.

„Angefangen hat es mit einem Theaterworkshop vor über zehn Jahren im Kultur- und Lesetreff Brebach“, erzählt Margit Schillo, Gründungsmitglied der Truppe. Einige der Teilnehmerinnen dieses Workshops haben weitergemacht, fünf von ihnen sind heute noch bei den Tollkirschen dabei. „Uns war von Anfang an klar, dass wir kein Theater, sondern Kabarett machen wollen. Mit allem, was dazugehört. Wir singen und tanzen auf der Bühne, schreiben die Stücke und die Sketche selbst. Die Musik kommt zwar vom Band, aber die Liedtexte schreiben wir neu“, berichtet Margit Schillo weiter. Jede der Frauen bringt dabei mit viel Herzblut die eigenen Qualitäten ein. „Tanja ist zum Beispiel unsere Rockröhre. Steffi kann richtig gut schauspielern, und Walli ist ein Ass der Pantomime“, fügt Heidi Müller hinzu, die seit fünf Jahren bei der Truppe ist und ihre organisatorischen Fähigkeiten einbringt. „Auch inhaltlich bringt jede von uns das Thema ein, das sie gerade beschäftigt“, sagt Margit Schillo. Und da die Damen zwischen Anfang 40 und Anfang 60 sind, kommt ein pralles, lebensnahes Themenfeld zusammen, das mit viel (auch schwarzem) Humor, Ironie und Parodien kabarettistisch umgewandelt wird. Da wird aus dem Hit „Sexy“ von Marius Müller-Westernhagen schon mal „Selfie“, ebenso werden Songs von Charles Aznavour, Peter Fox, Abba oder den Toten Hosen mit einem Augenzwinkern umgetextet.

Wenn man die Gruppe auf der Bühne erlebt, merkt der Zuschauer, dass es bei den Tollkirschen witzig, aber auch harmonisch zugeht. „Das liegt daran, dass alle dahinter stehen. Und wir haben eine eiserne Regel: Wenn eine sagt, das da geht gar nicht, dann wird es nicht gemacht“, erläutert Heidi Müller. Hinzu kommt, dass man einige feste Rituale eingeführt hat wie gemeinsame Probewochenenden im Hotel „und unser legendäres Weihnachtsessen“, verrät Heidi Müller lachend. Auch dass die Tollkirschen regelmäßig gecoacht werden, ist ein Teil des Erfolgsrezepts. Isabelle Groß de García, die man als Schauspielerin vom Theater Überzwerg kennt, unterstützt die Truppe und gibt dem Programm den letzten Schliff. So konnten in zehn Jahren fünf abendfüllende Programme erstellt werden, das sechste ist derzeit in Arbeit.

Sechs bis acht Auftritte absolviert die Truppe jedes Jahr, meist in den Kultursälen der saarländischen Gemeinden. Überraschenderweise stammen fünf der Damen aus Altheim im Bliestal. Daher sind die Tollkirschen dort zuerst aufgetreten. Mittlerweile sind sie zuhause eine Institution. „Ich glaube, das Publikum mag, dass wir Amateure sind und trotzdem alle zwei Jahre ein neues Programm auf die Beine stellen“, überlegt Heidi Müller. Aber sie haben auch schon in Illingen, in St. Wendel oder in Losheim ihr Publikum begeistert. In Saarbrücken waren sie vor einigen Jahren im kleinen Saal der Congresshalle und in der Breite 63 aufgetreten. Nun kann man sich am Samstag, 16. Februar, im Passage-Kino das Jubiläumsprogramm anschauen, eine Zusammenstellung aus all den Programmen, die man bisher schon aufgeführt hat. Dann können die Tollkirschen auch wieder das Saarbrücker Publikum von ihrer Spielfreude, ihrem Humor, Charme und Witz überzeugen.