So kann’s gehen: Mit eigenen Waffen geschlagen

So kann’s gehen : Mit eigenen Waffen geschlagen

Bis heute kann mir niemand plausibel erklären, warum es Straßencafés gibt, wo mir der Wirt den Mindestverzehr vorschreibt. Es bleibt mir ein Rätsel. Es geht nicht darum, erst ab einer gewissen Summe mit Kreditkarte die Rechnung zu begleichen – vorausgesetzt, dass die technischen Möglichkeiten dafür überhaupt gegeben sind.

Was bei uns ziemlich selten vorkommt. Vielmehr betrifft es den Getränkekonsum, dessen Zügel ich als Kunde gern in Händen halte. Doch ein Emailleschild vorm Lokal ließ zuletzt keine Zweifel: Hier hat der Gastronom  das letzte Wort, die Gewalt über die Menge. Unmissverständlich stand in Großbuchstaben zu lesen: „Draußen gibt’s nur Kännchen.“ Damit kein Kunde auf die absurde Idee kommt, daran zu rütteln, prangten der Nachdrücklichkeit wegen drei Ausrufezeichen dahinter. Kurzerhand brachte mein Begleiter trotz höflichster Bestell-Allüren die adrette Bedienung in schwarzem Rock und weißer Bluse völlig aus dem Konzept: „Bringen Sie mir bitte ein Kännchen – Rotwein.“

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