Versteckte Denkmäler Ein Grab in exponierter Lage, das kaum wahrgenommen wird

Saarbrücken · Eine Anlage auf dem Saarbrücker Rastpfuhl erinnert an den im Deutsch-Französischen Krieg gefallenen Soldaten Traugott Roemer.

 Das Denkmal auf dem Rastpfuhl zu Ehren von Traugott Roemer.

Das Denkmal auf dem Rastpfuhl zu Ehren von Traugott Roemer.

Foto: Iris Maria Maurer

Jeden Tag fahren Hunderte von Autofahrern und Saarbahn-Passagieren am Grab von Traugott Roemer auf dem Rastpfuhl in Saarbrücken vorbei. Aber trotz der exponierten Lage des Grabes an der Hauptstraße, ganz in der Nähe der katholischen Kirche St. Antonius von Padua, wird es wohl kaum wahrgenommen. Die gepflegte und denkmalgeschützte Grabanlage von Traugott Roemer aus dem Jahr 1884 befindet sich in einer kleinen, umzäunten, aber zur Straße geöffneten Grünanlage. Der Grabstein besteht aus einem hohen, abgeflachten Obelisken aus gelblichem Sandstein. Seine Schauseite zur Straße hin ist mit einem Eisernen Kreuz verziert, das sich innerhalb eines Trauerkranzes befindet, dessen Bandenden nach unten flattern.

Die Inschriften des Steins sind aufgrund der Spuren von Verwitterung sowie Flechten und Moosen nicht gut zu lesen. Wenn man sie aber entziffert, erfährt man, dass Traugott Roemer vom Rheinischen Feldartillerie-Regiment Nr. 8 aus Koblenz war, dass er am 5. Mai 1846 in Stolberg geboren wurde, und dass er während der Kämpfe des Deutsch-Französischen Krieges am 2. August 1870 im Alter von 24 Jahren gestorben ist.

Traugott Roemer fand den Tod an der ungefähren Stelle des Mahnmals, er wurde im Vorfeld der Schlacht von Spichern von einer Granate zerfetzt. Denn der Rastpfuhl war in diesen Tagen vor der Schlacht Aufstellungs- und Rückzugsgebiet der Preußen. Die französischen Truppen lagerten auf der Bellevue, nahmen von dort aus den Bahnhof in St. Johann sowie die Brücken über der Saar unter Beschuss. Angesichts der Übermacht der französischen Truppen hatten sich die Preußen auf die rechte Saarseite zurückgezogen und sich teilweise auf dem Rastpfuhl versammelt. Das französische Artilleriefeuer von den Höhen der anderen Saarseite reichte jedoch auch bis auf den Rastpfuhl.

So wurde hier ein Wirtshaus in Brand geschossen, der Geschützführer Traugott Roemer getötet sowie drei weitere Kanoniere verwundet. Anscheinend schlug eine Granate in ihre Stellung ein, die Sprengstücke rissen Unteroffizier Roemer sofort in den Tod, die übrigen Kanoniere wurden verletzt. Im Jahr 1884 wurde dem Soldaten Roemer zu Ehren das Denkmal errichtet, das durch Spenden ermöglicht wurde. Im unteren Bereich des Grabsteins ist zu lesen, dass es der Malstatter Landwehr, dem Burbacher Kriegerverein und dem Dilsburg-Hilsbacher Kriegerverein zu verdanken ist, dass auf diese Weise an Traugott Roemer erinnert wird, auch wenn die heutige Grabanlage wohl nicht mehr genau an ihrem ursprünglichen Platz steht.