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Missbrauch am Uniklinikum: Saar-Uni findet keine Hinweise auf Missbrauch

Missbrauchsskandal : Saar-Uni: Bislang keine Hinweise auf Missbrauch durch Homburger Arzt während Studienzeit

Der Arzt, der im Verdacht steht, an der Uniklinik in Homburg Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht zu haben, hatte an der Saar-Universität studiert und dort mehrere Studien an Kindern und Jugendlichen durchgeführt.

Nachdem im Sommer die Missbrauchsvorwürfe gegen den mittlerweile verstorbenen Arzt des Uniklinikums bekannt wurden, hatte die Universität des Saarlandes eine Task Force eingerichtet, um die Studien- und Promotionszeit des Arztes S. zu untersuchen. Der Arzt, der unter Verdacht steht, am Uniklinikum in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht zu haben, hatte von 2003 bis 2009 an der Universität Medizin studiert. Im Anschluss begann er 2010 seine Promotion, schloss diese allerdings nie ab.

Wie die Universität mitteilt, arbeitete S. zwischen 2006 und 2010 als studentische Hilfskraft an einer Studie mit, an der insgesamt 100 Kinder und Jugendliche teilnahmen. An der Dissertationsstudie von S. nahmen 104 Minderjährige teil. Zu den Studien gehörten laut Mitteilung der Universität des Saarlandes auch körperliche Untersuchungen. Welche davon S. selber vorgenommen hat, ließe sich allerdings nicht mehr genau feststellen.

24 Aktenordner, die die Studien dokumentieren, hat die Task Force der Universität seit dem Sommer durchgearbeitet. Hinweise auf potenziellen Missbrauch fänden sich darin nicht, teilt die Universität mit. Man bedauere allerdings sehr, dass über die bereits bekannt gewordene Thematik am Uniklinikum hinaus auch in den Jahren zuvor ein Missbrauch „nicht gänzlich ausgeschlossen“ werden könne.

Die Universität will daher mutmaßlich Betroffenen die Möglichkeit zur Information und Aufklärung geben. Da die Daten der Studie anonymisiert vorliegen, können sich Personen, die damals an den Studien teilgenommen haben, an die Universität wenden, um weitere Informationen und Hilfsangebote zu erhalten sowie Akteneinsicht zu erlangen.

Ansprechpartner für potenziell betroffene Personen ist das Sekretariat des Dekans der Medizinischen Fakultät unter der Telefonnummer 06841/16-26071, vormittags von 9 bis 13 Uhr.