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Mellika Meskine trotzt Corona vom Balkon aus

Songs fürs Herz : Mellika Meskine will ihre gute Laune behalten

Mit einem Mutmach-Lied präsentiert sich die Sängerin und Tänzerin derzeit im Internet. Die Mutter zweier kleiner Kinder will den Menschen Zuversicht geben.

„Hier kommt für Dich ein kleines Lied, wenn Du denkst, hier geht grad alles schief: Don‘t worry, sing happy!“ Mit diesen Worten beginnt ein Song, den Mellika Meskine jüngst ins Netz gestellt hat. Auf dem Video kann man die Saarbrücker Musikerin zur Ukulele singend im Echelmeyerpark bewundern.

Die charmante Aufforderung zum Mitsingen ist ihre persönliche Bearbeitung des Bobby McFerrin-Klassikers „Don‘t worry, be happy“ aus den 80er-Jahren. „Kommt nach Hause, auch innerlich, kommt zur Ruhe und verliert Euch nicht darin, euch Sorgen zu machen - nutzt diese besondere Zeit, um gut für Euch und einander zu sorgen“, lautet Meskines Botschaft, denn: „Momentan herrscht viel Negativität in den Köpfen der Menschen, dem wollte ich etwas Realistisch-Optimistisches antworten – es ist glücklicherweise auch viel achtsames Mitgefühl und solidarischer Zusammenhalt zu spüren.“

Dass Mellika Meskine einmal eine geschätzte Sängerin und Gesangsdozentin werden würde, war der Migrantentochter nicht unbedingt in die Wiege gelegt. Den Einstieg ins Showgeschäft freilich packte der begabte Teenager als professionelle Tänzerin – als solche tourte Meskine bereits vor dem Abitur im Gymnasium am Schloss mehrere Jahre lang mit dem Eurodance-Projekt Garcia international durch die Lande.

Es folgten ein Musical-Studium an der Theaterakademie August Everding in München und die Arbeit als Background-Sängerin der Pop-Diva Sarah Connor. Im letzten Jahrzehnt ließ sich Mellika Meskine, die auch bereits in einer Operettenproduktion des Saarländischen Staatstheaters (SST) mitwirkte, nun bevorzugt als Frontfrau und Songautorin mit eigenen Ensembles hören, so im Duo, mit ihrem Acoustic Quartet und ihrer Euriental Show.

Sie war auf dem Saarbrücker Altstadtfest und in Berlin bei „Jazz in den Ministergärten“ zu Gast und produzierte in Eigenregie mehrere CDs. Aktuell werkelt sie an neuen Songs, baut ein heimisches Aufnahmestudio auf und möchte ihre Online-Kurse so weit ausbauen, „dass möglichst viele Menschen auch in der Zeit zuhause inspiriert werden können“.

Als persönliches Credo nennt sie den Slogan „Life is a song - Sing it!“. Und ihrem strahlenden Lächeln glaubt man den Optimismus, wenn sie sagt: „Wir können unser Leben selbst gestalten ebenso wie einen Song, wenn wir uns dessen bewusst sind und die Verantwortung dafür übernehmen und beginnen, uns ein stimmiges Leben aufzubauen – dazu ist jetzt gerade eine große Chance entstanden.“

Angesichts der Krise hat Meskine allerlei Pläne flugs aufs nächste Jahr verschoben, „weil wir aktuell noch nicht wissen, wann sich die Lage wieder ausreichend beruhigen wird.“ Finanziell sieht sich die Mutter zweier kleiner Kinder aktuell zwar noch nicht sehr betroffen: „Ich habe durch die Elternzeit noch ein paar Monate Puffer.“ Dennoch plädiert sie für „ein existenzsicherndes Grundeinkommen, das kreativer Arbeit einen sicheren Boden gibt. Auch außerhalb von Krisenzeiten wäre das ein enormer Fortschritt in Richtung Anerkennung, Wertschätzung und Schaffung von angstfreier Lebensqualität für alle – und das unabhängig davon, wie monetär erfolgreich oder populär ihre Arbeit ist.“

Einstweilen soll nun ihr kleines Video die Gemüter erhellen: „Der Song ‚Don’t worry be happy‘ war für mich schon seit vielen Jahren eine Hymne der Hoffnung, die mich aus dunklen Momenten herausgeholt hat“, so Meskine. „Dann kamen in den letzten Wochen die Ereignisse um den Virus, und ich hatte spontan den Gedanken, am ‚Weltglückstag‘ ein aufmunterndes Video zu drehen, für alle, die gerade zuhause festsitzen und kein bisschen Grün vor dem Fenster haben.“

Der Dreh (Gunter Moskau; Kamera und Schnitt) fand wenige Stunden vor den verschärften Ausgangsbeschränkungen statt, also auf den letzten Drücker. Aber bereits, wie Meskine betont, unter Einhaltung des Mindestabstands und reichlichem Einsatz von Desinfektionsmitteln. Nachdem Mitarbeiter des Ordnungsamts zum Verlassen des Echelmeyerparks aufgefordert hatten, um eine Menschenansammlung zu vermeiden, wurde auf dem privaten Balkon des Kameramanns fertig gedreht.

Unter dem Video lässt Mellika den geneigten Hörer wissen: „In der Zeit, in der wir gerade aktuell leben und in der sehr viele Menschen von Anspannung und Sorgen beschwert sind, ist dieser Song – in vollem Respekt vor der Ernsthaftigkeit der Situation – als ein kleiner inspirierender Glücksmoment gedacht, der uns wieder in Kontakt bringt, mit einem Gefühl von Trost und Zuversicht, Positivität und Optimismus.“
www.mellikamusic.com