1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Landeshauptstadt

Mehr Windräder für Energiewende im Saarland nötig

Regionaler Leitartikel : Die Energiewende klappt nur mit mehr Windrädern

Die Verdoppelung der Ökostrom-Erzeugung bis 2030 ist im Saarland nur mit dem Ausbau der Windkraft zu schaffen. Dagegen gibt es viel Widerstand. Eine Alternative zu Windrädern würde aber wohl noch größeren Protest auslösen.

Im Saarland müssen sich bald mehr Windräder drehen. Mit Blick auf den Klimaschutz wird zusätzlicher Windstrom gebraucht. Die im Energiefahrplan der Landesregierung – besonders von Wirtschaftsschaftministerin Anke Rehlinger (SPD) – angepeilte Verdoppelung der Ökostrom-Erzeugung bis 2030 ist jedenfalls mit Photovoltaik allein nicht zu machen. Der seit Jahren hartnäckige Widerstand gegen die Windkraft – auch im Landtag von Linke, AfD und auch CDU – mutet angesichts der Herausforderungen des Klimaschutzes geradezu bizarr an.

Nun kann man natürlich sagen, dass das Saarland nie und nimmer so viel Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugen kann, wie hier allein die energieintensive Industrie braucht. Das stimmt. Aber daraus folgt nicht, dass sich das Land gänzlich auf Importe verlassen und anderen Regionen die Lasten der Erzeugung überlassen sollte. Der Bund und die anderen Länder werden darauf achten, dass alle ihren Teil zur Energiewende beitragen.

Flächen für Windräder sind im Saarland ja auch grundsätzlich da. Das geht aus den Studien hervor, die dem Energiefahrplan zugrunde liegen. Die Kommunen müssen sich nur trauen, die Ausweisung entsprechender Flächen anzugehen und das Thema Windstrom offensiv zu verfolgen. Für vielleicht 80 neue Windräder, die für die Umsetzung der im Energiefahrplan formulierten Ziele nötig sind, sollte sich ein Platz finden lassen. Die Photovoltaik muss obendrein kräftig ausgebaut werden.

Die Frage bleibt dann immer noch, wie der weitere immense Strombedarf im Saarland künftig gedeckt werden soll. Ohne viele neue Windräder an der Küste und auf See sowie Strom-Autobahnen Richtung Süden wird es jedenfalls nicht gehen. 

Parteien und Bürger, die hierzulande gegen die Windkraft mobil machen, müssten eigentlich uneingeschränkt die Belieferung mit Atomstrom aus Cattenom befürworten oder gar den Bau eines Kernkraftwerks zum Beispiel in Ensdorf fordern. Ein klares Ja zur Atomenergie ist von Windkraftgegnern aus CDU und Linke allerdings nicht zu hören.