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Max Stadtfelds Stax mit gelungenem Konzert im Saarbrücker Schloss

Max Stadtfelds Stax im Saarbrücker Schloss : Der Schlagzeuger macht sein eigenes Ding

Das Quartett um Trommler Max Stadtfeld überzeugte bei seinem Auftritt im Saarbrücker Schloss.

Der Schlagzeuger hat in der Musik den Takt zu halten und dafür zu sorgen, dass die Band rhythmisch zusammenbleibt. Harmonisches interessiert ihn nur am Rande. Böse Zungen bezeichnen die Trommler als Rhythmusknechte. So weit das Klischee. Heutzutage ist das aber anders. Da kommt es vor, dass ein Schlagzeuger der Chef einer Band ist, alle Stücke schreibt und die anderen den Takt halten lässt, während er selbst ein Solo spielt.

So war das jedenfalls bei Max Stadtfelds Stax, dem Quartett, das am Samstag in der Reihe Jazz im Schloss gastierte. „Stax“ hat nichts mit dem bekannten Plattenlabel aus Memphis zu tun. Es ist die Kombination von Vor- und Nachname und sei früher auch Stadtfelds Spitzname in der Schule gewesen. „Ich wollte etwas Griffiges und Persönliches, nicht einfach Max Stadtfeld Quartett.“ Im Pausengespräch mit dem früheren SR-Redakteur Peter Kleiss erklärte der 28-jährige, warum er eine eigene Band gründen wollte: „Als Sideman regt man sich ständig darüber auf, was Bandleader so alles falsch machen.“ Nach dem Konzert darauf angesprochen, was er denn besser mache, dachte Stadtfeld lange nach: „Es haben immer alle eine Übernachtungsmöglichkeit.“ Seine Mitmusiker kommen nämlich aus Leipzig (Gitarrist Bertram Burkert) und Nordhessen (Bassist Reza Askari). Nur der irische Tenorsaxofonist Matthew Halpin lebt wie Stadtfeld in Köln.

Im ersten Teil des Konzerts spielte das Quartett neue Kompositionen aus Stadtfelds Feder. Gleich im ersten Stück „Red“ zeigte sich, wohin die Reise ging: Der „Rhythmusknecht“ in der Band war meistens Bassist Askari. Burkert und Halpin spielten halsbrecherische Läufe, während Stadtfeld sich nicht im Geringsten darum kümmerte, das Ganze zusammenzuhalten. Oft zeigte die Band die Formation „Drei gegen Eins“ auf der Bühne – auf der einen Seite die Töne erzeugenden Musiker, auf der anderen Seite Stadtfeld mit seinen Schlagzeugklängen. Dann wieder erzeugte das Quartett ein meditatives Klangfeld, wobei sich Burkert löblich hervortat mit seinen geschickt eingesetzten Gitarreneffekten. Damit erzeugte er regelrechte Traumwelten. Ansonsten übte sich Stax bisweilen in der Reduktion oder überraschte mit einem banalen Thema in Dur, allerdings gespielt im Free-Jazz-Modus.

Insgesamt war es ein sehr gelungenes Konzert in dieser von Elfi Kleiss hochkarätig besetzten Reihe. Die Jazzexpertin konnte beim Zusammenstellen des Programms von ihrer jahrelangen Erfahrung als Organisatorin der Illinger Jazz-Lounge profitieren. Dass sie die Emanzipation der früher im Hintergrund stehenden Instrumente Bass und Schlagzeug unterstützt, ist an ihrer Auswahl erkennbar. Als Nächstes gastiert am 20. Januar die Schlagzeugerin Eva Klesse, die 2018 als erste Frau in Deutschland eine Jazzprofessur übernahm. Am 11. Februar und am 21. April gestalten zwei Kontrabassistinnen und Bandleaderinnen die Konzerte, einmal Lisa Wulff und dann Henrika Entzian. Dazwischen, am 24. März, kommt der 20-jährige Saxofonist Jacob Manz mit seinem Project.