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10 Jahre Chor "FrauenStimmen": Man soll das Nordlicht klingen hören

10 Jahre Chor "FrauenStimmen" : Man soll das Nordlicht klingen hören

Das Chor-Ensemble FrauenStimmen feiert Zehnjähriges mit einem Konzert in der Stiftskirche

Gibt es ein schöneres Lob für eine Chorleiterin, als wenn sich immer mehr interessierte Sängerinnen melden? So viele, dass es für einen weiteren Chor ausreicht? So geschehen bei Amei Scheib, bekannt vor allem als Gründerin und Chefin des Gemischten Saarbrücker Damenchors (seit 1992) und des Gemischten Saarbrücker Herrenchors (2001).

Frauen sind erfahrungsgemäß sangesmutiger als Männer, und vor gut zehn Jahren häuften sich die Nachfragen tatendurstiger Sängerinnen bei Scheib: „Es gab viele Anfragen von Frauen, die im Chor singen wollten, und der Gemischte Saarbrücker Damenchor hatte bereits über 50 Sängerinnen“, erzählt sie. Das traditionsreiche Team war somit mengenmäßig an seine Grenzen gestoßen, „daher galt es, ein neues Ensemble aufzubauen“, so Scheib.

„FrauenStimmen“ wurde schlicht die 2008 aus der Taufe gehobene Sangesriege genannt, die sich nach Auftritten im ganzen Saarland zum zehnjährigen Jubiläum zu den erfolgreichen regionalen Chören rechnen darf. Knapp 25 Amateursängerinnen zählt „FrauenStimmen“ heute. Aus Saarbrücken, St. Ingbert, Dillingen, Heusweiler reisen sie an, um montags zwei Stunden lang in der Grundschule Wallenbaum in Saarbrücken-Malstatt probenderweise den Segnungen des Gesangs zu frönen.

Das Altersspektrum reicht von 25 bis 75 (mit Schwerpunkt auf den mittleren Jahrgängen), erzählt Amei Scheib, nahezu alle Berufsgruppen sind vertreten: Studentin, Krankenschwester, Gärtnerin, Verwaltungskraft, Logopädin, Journalistin, Lehrerin, Psychologin, Apothekerin, Ärztin, Richterin. Der Chor gedeiht, dennoch kann Scheib „sehr gerne“ noch weitere Sangesfreudige gebrauchen, und zwar in allen Stimmlagen.

Was wird erwartet? „Dass Zeit da ist, um wirklich am Chorleben – an den Proben und Konzerten – teilzunehmen“, sagt Scheib: „Notenkenntnisse werden nicht vorausgesetzt, sind aber kein Hindernis.“ Wer sie und ihre Chöre kennt, weiß, dass feine Ohren, Engagement und Flexibilität gefragt sind. Und so ist die Chorchefin im Hinblick auf ihre „FrauenStimmen“ denn auch des Lobes voll: „Gute Sängerinnen“ seien sie, „fleißig und konstruktiv bei der Sache“; es gebe eine „tolle Organisation“ und „gute Vorstandsarbeit“, kurz: „Es macht mir sehr viel Freude mit ihnen“.

Besonders wichtig: „Sie arbeiten inhaltlich mit“, weiß Scheib: „Ich arbeite in inhaltlichen Projekten, demzufolge ändert sich die Stilistik immer wieder. An Mainstream-Musik bin ich nicht interessiert, daher ist es gut, wenn die Sängerinnen Interesse an Neuem mitbringen.“ So richte sich das Repertoire jeweils nach dem aktuellen Programm: Weltmusik, zeitgenössische Chormusik, historische Literatur für Frauenchor (aus Romantik, Renaissance usw.) - nicht fehlen darf das alljährliche Weihnachtsprogramm.

Unter Überschriften wie „Paz a los Hombres – Friede auf Erden“, „Sei willkommen, Himmelskind!“ oder „Der Schweinachtsmann und andere Weihnachtslieder“ (über ein kleines Schwein und dessen Erfahrungen als Ersatzweihnachtsmann) erklangen Adventsweisen aus aller Herren Länder; jedes Jahr mit anderem geografischem Schwerpunkt.

Internationalität wird unter Scheibs Zepter groß geschrieben, und so entführten „FrauenStimmen“ unter dem Motto „Eine Reise ans Mittelmeer“ bereits in mediterrane Gefilde. Ein Gartenprogramm „Von Löwenzahn, Laubsaugern und Liebesleiden“ kredenzte neben Werken der Romantik (etwa Robert Schumann) ferner Noten aus Finnland, Tschechien und Slowenien. International ist  auch die traditionelle jüdische Klezmermusik, die im Programm „Schpil she mir a Lidele in Jiddisch“ gefeiert wurde – hierfür wurde „FrauenStimmen“ mit der Saarländischen Chorprämie 2016 ausgezeichnet.

Zum Jubiläum geht die Reise nun gen Norden: „Nordwärts! Chorklänge und Klavierwerke aus Dunkelheit und Licht“ heißt es am Samstag in der Stiftskirche, mit dabei ist die Pianistin Marina Kavtaradze. Ein breites stilistisches Spektrum von Edvard Grieg bis zu modernen experimentellen Tönen verspricht Scheib: Ein „faszinierendes Klang­erlebnis“, bei dem Volksmusik eine gewichtige Rolle spiele – und sogar das Nordlicht soll laut Amei Scheib „vor unserem inneren Auge plastisch werden“.

Konzert am Samstag, 26. Mai, 20 Uhr, Stiftskirche St. Arnual. Karten: kontakt@chorensemble-frauenstimmen.de