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Man mag das C-Wort einfach nicht mehr hören

Kolumne : Schon wieder dieses C-Wort

Man mag es nicht mehr hören und noch viel weniger sagen, das C-Wort. Und tut es dennoch. Selten habe ich so viel über einen Virus nachgedacht und darüber, ob er mich wohl finden wird. Womöglich schon gefunden hat. . .

Man spürt plötzlich das drängende Bedürfnis die Hände in Unschuld zu waschen, sich von Kopf bis Fuß einzuseifen. Wieder und immer wieder, bis vom Seifenblock nur noch Schaumblasen bleiben. Seife, würde sie sich für Tabellen und Statistiken interessieren, könnte einen lange so nicht mehr da gewesenen Zuwachs an Ansehen und Wertschätzung verzeichnen. Man betrachtet sich im Spiegel, sucht ausgiebig nach fiebrigen Anzeichen, erschrickt bei jedem Halskratzen. Sind die Augen glasig, die Wangen gerötet, der Mund trocken? Dabei ist momentan nun wirklich nicht die Wetterlage sich noch zusätzlich deprimierende Themen durch den Kopf gehen zu lassen. Es regnet, regnet, regnet die Ziegel von den Dächern, spült die Bäume aus den Böden, alles verwandelt sich in einen einzigen Morast. Was der Dauerregen nicht erledigt hat, besorgt der Wind, ein vorfrühlingshaft verspielter Föhn bei völlig unwinterlichen Temperaturen. Ungestüm bläst er Gesträuch und Balkondeko davon und wühlt in den leeren Baumkronen, die Amseln gehen in Deckung.

Fast könnte man meinen, tatsächlich seien die Plagen über uns gekommen. Allein, an einen extraterrestrischen, strafenden Pädagogen muss man glauben, wenn man es vermag. Es gibt aber auch Wesen, die sind recht zufrieden mit uns. Fragen Sie mal die Stechmücken! Die mögen dieses puddelwarme Schmuddelwetter, ob wir das Klimaerwärmung nennen oder behaupten, so sei halt alles immer schon gewesen und wir könnten da gar nichts für – ihnen ist es schnurzpiepe. Hauptsache die Mücken haben warme Füße. So hocken allmorgendlich jetzt schon einige in meinem Bad auf Zahnpastatube und Spiegel und grüßen mich, als wollten sie sagen: „Glückwunsch, gemütlich ist’s hier!“, und winken dabei mit den Stechmückenrüsseln. . .