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Zirkusschule Kokolores schafft mit Artistik Teamgeist und Selbstbewusstsein

Zirkusschule Kokolores schafft mit Artistik Teamgeist und Selbstbewusstsein

Wer jonglieren und balancieren kann und sein Können mit anderen verfeinert, schult nicht nur Muskeln und Reflexe. Er tut der Seele etwas Gutes, wird Teil eines echten Teams. Die Zirkusschule Kokolores nutzt das seit 20 Jahren für Lernerfolge, die weit über die Vorstellungen hinaus in den Alltag hinein wirken.

"Wenn die Bälle fliegen, wachsen auch der Seele Flügel." Dieses Sprichwort passt zur Zirkusschule Kokolores, denn sie möchte Kinder, Jugendliche und Erwachsene spielpädagogisch in die Manegenkünste einführen und dabei die Persönlichkeitsentwicklung fördern.

Jonglage, Akrobatik, Luftartistik, Feuerspucken, Zaubern und Balancekünste wie Einradfahren - all das kann man im Zeltdorf in der Stromstraße lernen. Zum Konzept gehören szenisches Spiel und das Studium von Rollen wie Zauberer, Clown oder Zirkusdirektor, denn die theatralische Einbettung der circensischen Künste in Geschichten ist ein Schwerpunkt der Arbeit von Kokolores: Jeder soll spüren, dass er für die Gruppe wichtig ist.

Kokolores setzt auf Inklusion, arbeitet zusammen mit sozialen Projekten und Einrichtungen wie etwa dem Stadtteilbüro Malstatt und unterstützt das Bündnis mit Zirkusgruppen aus ganz Deutschland für Chancengleichheit von benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Den Unterricht leiten neun ehrenamtliche Dozenten ; die meisten arbeiten hauptberuflich als Pädagogen.

In der Regel betreuen jeweils zwei Referenten sozial gemischte Gruppen von elf bis 15 Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 20 Jahren. Ein Gros des Teams ist seit 20 Jahren mit von der Partie, erzählt Marco Weibel (55), Schulsozialarbeiter und Mann der ersten Stunde.

1994 gab es das erste Saarländische Kinder- und Jugendzirkusfestival in Saarlouis, aus dem der "Verein für Spiel und Theater" hervorging. 1996 öffnete die Zirkusschule zunächst in zwei Räumen der Rotenbergschule. 2001 kaufte die Schule dank Stadt und Sponsoren drei kleine Zirkuszelte und fünf Zirkuswagen und baute hinter dem Malstatter Markt ihr Zeltdorf. Aktuell hat der Trägerverein rund 35 Mitglieder und finanziert sich über Mitglieds- und Kursbeiträge, Zuschüsse von Stadt und Land sowie Spenden. Neben Kursen, Workshops und Fortbildungen organisiert Kokolores die Beratung und Begleitung von Projekten, offene Treffs und Materialausleihen. Außerdem pflegt die Zirkusschule internationalen Austausch mit Zirkusgruppen.

So gastieren am 15. Juli junge Künstler aus Nicaragua und bieten neben einer Abendvorstellung Schulvorstellungen. Das 20. Jubiläum feiert Kokolores 2016 mit einem Fest und Sonderpräsentationen.

Weitere Informationen und Termine gibt es im Internet.

vereinfuerspielundtheater.de