| 19:32 Uhr

Schimmelpilz kontra Denkmalschutz
Schimmel in der Grundschule Rastpfuhl

So schimmelig sind die Fenster an der Ganztagsgrundschule Rastpfuhl.
So schimmelig sind die Fenster an der Ganztagsgrundschule Rastpfuhl. FOTO: Peter Simon
Saarbrücken. Seit mindestens 2015 wächst der Pilz. Eine erste Ausschreibung ging wegen dem Denkmalschutz ins Leere.

Seit 2015 geht Peter Simons Sohn in die Ganztagsgrundschule am Rastpfuhl. Seit dieser Zeit beobachtet Peter Simon, wie der Schimmel in dem Gebäude wächst. Es gehe um Verbindungsgänge, die Klassenräume, Ausgang, Schulhof und die Räume der Nachmittagsbetreuung miteinander verbinden. „Täglich müssen die Kinder und Angestellten mindestens durch einen dieser Gänge“, sagt Simon. Und obwohl auch die Schulleitung bereits den Träger der Schule, die Landeshauptstadt Saarbrücken, auf die Gesundheitsgefahr hingewiesen hätte, sei nichts passiert.



„Es kann nicht sein, dass unter dem Vorwand der mangelnden monetären Möglichkeiten die Gesundheit unserer Kinder und auch des Personals der Schule riskiert wird“, sagt Simon, der auch Vorsitzender des Fördervereins der Schule ist. Dieser habe immerhin aus privaten Mitteln Drucker, Ballschränke, Notebooks, Beamer, Leinwände und mehr für die Schule organisiert.

Robert Mertes, Pressesprecher der Stadt bestätigt die Angaben. „In dem Verbindungsgang des Schulgebäudes ist an den Fenstern Schimmel aufgetreten. Die Klassenräume sind nicht betroffen.“ Der Pilz soll nun im Rahmen der energetischen Sanierung der Schule über ein Förderprogramm des Bundes erfolgen. Den Förderbescheid habe die Stadt im März erhalten. Doch der Schimmelbeseitigung habe der Denkmalschutz im Weg gestanden. Mertes: „Zu beachten ist dabei, dass die Fassade der Verbindungsgänge des Gebäudes unter Denkmalschutz steht.“ Der Auftrag zu den Fensterarbeiten war nach Mertes bereits ausgeschrieben, „allerdings konnte die ausgewählte Firma den Denkmalschutz nicht erfüllen“.

Nach einer erneuten Ausschreibung hätte der Gebäudemanagementbetrieb der Landeshauptstadt Saarbrücken (GMS) im September eine Fachfirma mit dem Bau der neuen Fenster beauftragt. „Die Fensterelemente werden derzeit hergestellt, allerdings dauert das circa zwölf Wochen“, sagt Mertes. Zu Beginn des neuen Jahres sollen die Arbeiten in den vier Verbindungsgängen nun erfolgen. Die Arbeiten würden in zwei Etappen durchgeführt und würden bis in den Mai andauern. Im Februar sollen laut Stadt die ersten neuen Fensterelemente eingebaut werden. Mertes:  „Insgesamt investiert die GMS 680 000 Euro in das Schulgebäude, allein die Sanierung der Fenster macht 270 000 Euro aus.“ Für Peter Simon ist das kaum zu verstehen: „Der Denkmalschutz hätte doch auch in der ersten Ausschreibung drin stehen müssen. Wenn ich einen Auftrag vergebe, muss ich mir doch sicher sein, dass derjenige die Leistung auch erbringen kann.