Offene Türen in Ateliers und Galerien

Wer schon lange mal wissen wollte, wie es eigentlich in den Ateliers der Künstler in Saarbrücken und Umgebung aussieht, der hat jetzt Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Am Samstag und Sonntag, 24. und 25. September, laden knapp 90 Künstler, Galerien und Museen zu den 17. „Tagen der Bildenden Kunst“.

"Ich werde auf jeden Fall zum Kulturbahnhof gehen, wenn ich Zeit finde", erzählt Runxia Deng. Sie sitzt auf einem Stuhl in ihrem kleinen Atelier in Burbach, zusammen mit den beiden Künstlern Nora Veneranda Rödelstürtz und Simon Levenberg, mit denen sie sich das Atelier teilt.

Malereien, eine Gitarre, eine Staffelei und sonstiges Werkzeug sind an die Betonwand gelehnt. Der Ort sieht mehr nach Arbeit aus, noch nicht nach Ausstellung. Auch die drei werden am Wochenende an den "Tagen der Bildenden Kunst" teilnehmen. Zudem zeigen sie am Samstag eine Performance. Die Künstler sind unterschiedlich und passen scheinbar doch zusammen. Runxia und Nora haben bei Georg Winter Bildhauerei und Public Art studiert, kommen aber von der Malerei her.

Für eine ihrer Arbeiten ist die Chinesin Runxia zurück nach China gereist und hat unter Anleitung von Geigenbauern innerhalb von zwei Monaten eine Geige gebaut. Sie beschäftigt sich mit der Bedeutung von Perfektion und der Akzeptanz von Unperfektem. Ein wichtiger Teil ihrer Malerei ist die chinesische Kunst der Kalligrafie. "Seit ich nicht mehr in China lebe, hat die Kunst dort für mich eine ganz andere Bedeutung", erzählt sie. Nora ist erst vor kurzer Zeit zu ihrem Studium gekommen, seit ihre Kinder "auf eigenen Beinen stehen können". Simon ist eigentlich Musiker, spielt Geige , arbeitet oft mit Künstlern zusammen und malt. Seit zirka drei Jahren ist er im Atelier in Burbach am Werk. "Ich möchte mit vielen unterschiedlichen Künstlern zusammenarbeiten. Es ist jedes Mal anders, man muss nur Lust darauf haben, dann funktioniert es auch", erzählt Simon, und Nora bestätigt nickend. Bereits bei der "Nacht der Schönen Künste" zeigten sie eine Performance zusammen, und alles habe gepasst. Für die kommende Arbeit müssen die Künstler sich noch besprechen. Die Vermischung von Auditivem und Visuellem ist ihnen vor allem wichtig. Eine Improvisation auf der Geige , Malerei und Zeichnungen werden die Besucher erwarten.

Wer sich alle Programmpunkte am Samstag und Sonntag ansehen möchte, müsste wohl weit mehr als einen Marathon laufen: von Alsting in Frankreich über Saarbrücken mit all seinen Stadtteilen bis hin nach Klarenthal, Bischmisheim, Dudweiler und Sulzbach.

Mitmach-Ateliers, Gruppenausstellungen, Performances oder klassische Einzelausstellungen - alles ist im Programm. Die Künstler freuen sich auf Kontakt mit den Besuchern, interessante Gespräche und zwei Tage voller Kunst.

Die meisten Ateliers und Galerien, die am Sonntag mitmachen, sind dann wie gewohnt von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Ein Flyer mit dem Programm der "Tage der Bildenden Kunst" liegt an den üblichen Info-Stellen wie an der Kultur-Info am St. Johanner Markt 24 und in der Rathaus-Info im Rathaus St. Johann.

Weitere Infos unter der Tel. (0681) 9 05-49 01.

saarbruecken.de/

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