Historischer Rodenhof : Neues Leben im alten Gemäuer

Die Arbeiten am Historischen Rodenhof schreiten fort. Das Dach sitzt. Und ringsherum wird gewerkelt.

Mittlerweile sind Anrainer zuversichtlich, dass ihnen der Historische Rodenhof erhalten bleibt. Ganz anders sah es noch zu Jahresbeginn aus: Da fürchteten viele um den Fortbestand des geschichtsträchtigen Gemäuers. Feuchtigkeit drang durch viele Ritzen und zerborstene Fenster – und das schon seit etlichen Jahren.

Seit April aber sind Arbeiter am Werk, sind dabei, das denkmalgeschützte Gebäude zu sanieren. Gunter Feneis verfolgt den Fortschritt auf der Baustelle und zeigt sich zufrieden. So wandle sich der Rodenhof im gleichnamigen Malstatter Stadtviertel hin zu einem wieder ansehnlichen Komplex. „Umso erfreulicher können nicht nur die Rodenhofer feststellen, dass das Gebäude einen Liebhaber gefunden hat“, schreibt der Vize-Chef des FDP-Ortsverbandes in einer Mitteilung seiner Partei. Er spricht darin sogar von der „Renaissance eines Rodenhofer Denkmals“.

Zwar werde kein Restaurant und auch keine Kneipe wie zuletzt dort einziehen. Dafür soll das Haus als Rest einer einst herrschaftlichen Anlage „einem gemeinnützigen Zweck dienen“. Es entstehe eine Beratungsstelle für Frauen in Not (wir berichteten). Dafür verantwortlich ist nach Feneis’ Angaben der Verein Solwodi (Solidarity with women in Distress; zu Deutsch: Solidarität mit Frauen in Not).

Ordensschwester Lea Ackermann aus Klarenthal gründete 1985 diese Organisation zuerst in Kenia. Den Sitz hat diese in Boppard/Rheinland-Pfalz. Finanziell unterstütze die St. Wendeler Globus-Stiftung das Saarbrücker Projekt, insbesondere was den Bau betrifft. Ein Eröffnungsdatum steht noch nicht fest, sagt Schwester Lea, die auch als Saarland-Botschafterin für das Bundesland außerhalb ihrer missionarischen Arbeit wirbt. Allerdings strebe sie die grenzüberschreitende Arbeit mit Partnerorganisationen in Frankreich an.

Abgetragen: Arbeiter entsorgten die weitgehend verfaulten und vom Wurmfraß zerstörten Balken.
Zerfressen: So morsch zeigte sich das Holz des Dachstuhls. Zimmermänner trugen es ab. Eine neue Konstruktion thront auf dem Gemäuer.

Dabei geht es um das Standbein Saarland. Die Renovierung selbst liege nicht in der Hand des Vereins. Bauherr sei die Globus-Stiftung. Anfang 2019 sollen die ersten Frauen im Rodenhof beraten und bereut werden, kündigt Ackermann an.