Bürgerpark Saarbrücken : Neuer Skatepark ist zum Greifen nahe

Mehrere Fachleute sprachen am Freitag über die geplante Anlage im Bürgerpark. Das Projekt soll 300 000 Euro kosten.

Der Traum der Saarbrücker Skateboarder von einer neuen Anlage im Bürgerpark rückt nun in greifbare Nähe. Am Freitag diskutierten rund 20 Skater zum zweiten Mal in einem Bürgerbeteiligungs-Workshop im Jugendzentrum Malstatt über drei Stunden lang mit Fachleuten, wie die neue Anlage aussehen soll. 740 Quadratmeter groß soll sie werden. Für die Saarbrücker Skater ist das ein Quantensprung. "Die jetzige Anlage ist nur eine Minimalausstattung mit Fertigteilen aus Beton aus den 90er Jahren", sagt Henning Maier vom Verein Saar Skateboarding.

Skateanlagen zu entwerfen, ist eine Wissenschaft für sich. Das Amt für Stadtgrün und Friedhöfe hatte daher in Abstimmung mit Peter Latz, dem Landschaftsarchitekten des Bürgerparks, Tobias Zwickler und Norbert Szombati vom Büro LNDSKT mit der Planung der Anlage betraut. Die Kölner, zu deren Planungsbüro Landschaftsarchitekten, Konzepter, Planer und auch Skateboarder gehören, haben sich auf Skateparks spezialisiert. "Ihr Vorentwurf ist schon sehr gut, deshalb geht es heute nur noch um Details, um die Höhen, um die Frage, ob die Kanten aus Metall oder Beton sein sollen und ob noch mehr Rampen rein sollen", sagt Lukas Junk, Präsident von Saar-Skateboarding.

Die Skater in die Planungen mit einzubeziehen, sei enorm wichtig, damit der Skatepark auch zu den Bedürfnissen der Szene passe und die Skater sich nicht umgekehrt dem Park anpassen müssen, betont Junk. Es gebe nämlich verschiedene Typen von Skatern, erläutert er: "Die ‚Street-Skater' bewegen sich auf der Straße und auf Straßenelementen, das krasse Gegenteil sind die ‚Transition-Skater', die brauchen alles, was in die Vertikale geht, sprich Halfpipe und Pool." Die Saarbrücker Skater hatten den Planern zur Vorgabe gemacht, eine Kombination von Elementen für beide Typen zu planen. Zu den Attraktionen der künftigen Anlage zählen Elemente wie der "Vulcano", "Stufensets", "Rails" und "Curbs".

Für sie als Nicht-Skaterin klingt das wie Chinesisch, gesteht da Carmen Dams, die Leiterin des Amts für Stadtgrün, lächelnd. Für sie und auch Landschaftsarchitekt Peter Latz wiederum, war besonders wichtig, wie sich die Anlage in den Bürgerpark einfügt. Vom Ausmaß umfasse er zwei der typischen Gartenparzellen des Parks und sei von schon bestehenden Betonbruch-Mauern umgeben, erklärt Latz. Auch in seiner Ästhetik nimmt die Anlage auf den Park Bezug: Die Anlage, die in Ortbetonweise gebaut (vor Ort gegossen) wird, erhält rote Klinkersteine sowie ein Design der Geländer, wie man dies auch im übrigen Park vorfindet. Jetzt muss der Entwurf nur noch die städtischen Gremien durchlaufen. Auch warte man noch auf die Zusage von Zuschüssen aus dem Programm Soziale Stadt für das insgesamt etwas über 300 000 Euro teure Projekt, sagt Carmen Dams. Von Februar bis Juni 2018 soll nach jetzigem Zeitplan gebaut werden.

Skate-Experte Norbert Szombati diskutierte am Freitag im Jugendzentrum Malstatt angeregt über die neue Saarbrücker Anlage. Foto: Becker&Bredel. Foto: Becker&Bredel

Die Saarbrücker Skater können es kaum erwarten. "Die Anlage wird von der Qualität wesentlich besser als die teurere in St. Wendel", ist sich Skater Alexander Karle sicher. Auf 500 Skater schätzt er die Szene im Saarland. Lukas Junk ist sicher, dass sie Skater aus dem ganzen Saar-Lux-Raum anziehen wird. Skater reisen weit, um attraktive Anlagen zu fahren, sagt er. Sein Verein plane, hier künftig Wettbewerbe auszurichten.

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