Malstatter wollen Geld aus Förderprogramm

Der Verein „Malstatt – gemeinsam stark“ sammelte beim Bürgerforum Ideen, wie der Stadtteil vorangebracht werden könnte. Diese Projekte sollen dann mit Geld aus dem Programm „Soziale Stadt“ gefördert werden. Am 9. Dezember folgt die nächste Diskussion.

Ein wichtiger Termin steht am heutigen Donnerstag Siegfried Gress bevor. Als Vorsitzender des Stadtteilvereins "Malstatt - gemeinsam stark" wirbt er dann gemeinsam mit seinen Mitstreitern beim neuen Innenminister Klaus Bouillon dafür, dass Malstatt in das Förderprogramm "Soziale Stadt" aufgenommen wird.

Der Antrag liege schon beim Land, berichtete Frank Schmitz vom Stadtteilbüro Malstatt am Dienstagabend während des Bürgerforums des Stadtteilvereins. Die Chancen hätten beim Ministerium unter der alten Führung von Ministerin Monika Bachman nicht schlecht gestanden: "Malstatt hat gute Chancen, weil wir hier nicht bei Null anfangen, sondern bereits in unseren Vorstellungen weit fortgeschritten sind." Zu verdanken ist das engagierten Bürgern und Vereinen sowie einer guten Gemeinwesenarbeit.

Größtes Hindernis, um in das Förderprogramm aufgenommen zu werden, könnte die klamme Stadtkasse sein, denn für die im Rahmen des Projektes geförderten Maßnahmen müsse die Stadt selbst ein Drittel des Geldes aufbringen. "Allerdings hat der Bund erkannt, dass gerade klamme Kommunen das Förderprogramm ‚Soziale Stadt' brauchen", sagte Schmitz. Deshalb sei es möglich, den Eigenanteil der Kommune auf zehn Prozent zu senken.

Anne-Marie Marx vom Stadtteilbüro bezeichnet die aktuelle Lage als "Wunschkonzert". Über alles dürfe nachgedacht werden - später gehe es darum, ob die Ideen auch den Förderkriterien standhalten. Einige Sätze aus der aktuellen Partitur des Wunschkonzertes waren auch Thema am Mittwochabend. Unter dem Thema "Rückbau" bespricht die dafür zuständige offene Arbeitsgruppe derzeit unter anderem, ob das Pfarrzentrum St. Paulus größere Veränderungen erfahren könnte. Sogar von einem Abriss der Kirche ist die Rede. Entstehen könne dafür eine Kirche in anderer Form samt Gemeindesaal und Kirchplatz. Das Bistum Trier sei dazu bereit, wenn das Vorhaben gefördert werde. Guido Vogel-Latz, früherer Grünen-Fraktionschef im Saarbrücker Stadtrat und Vereinsmitglied, bewegt das Thema Verkehr. Betroffen seien im unteren Malstatt die Breite Straße und die Brückenstraße, im oberen Malstatt die Lebacher Straße. Vogel-Latz meinte: "Über die A 1 kommt halb Europa nach Saarbrücken." Die mündet eben in die Lebacher Straße. Viele Brummis fahren hier in Richtung Innenstadt. Klar, dass es hier Radfahrer schwer haben. Vogel-Latz sieht hier Handlungsbedarf. Was die vielen Pendler-Pkw angeht, hat Christdemokratin Elke Masurek einen Ansatzpunkt: "Die Saarbahn müsste günstigere Fahrpreise anbieten, um das Mitfahren attraktiver zu machen."

Der Malstatter Bürger Horst Blumann mahnte, die aktuellen Probleme nicht außer Blick zu lassen: "Die Kita-Baustelle in der Pfarrer-Bungarten-Straße ist ein Schandfleck." Die Baustelle sei ins Stocken geraten, derzeit sähe das mehr nach Naturschwimmbad als nach Kindergarten aus.

Auch das Problem Leerstände will der Verein angehen. Dazu ist Anfang des kommenden Jahres ein Rundgang entlang der Malstatter Geschäftsstraßen geplant. Wer sich zu den Projekten einbringen will, hat bereits nächsten Donnerstag, 20. November, Gelegenheit dazu. Dann tagt Vogel-Latz' offener Verkehrs-Arbeitskreis ab 18.30 Uhr im Café ZAM in der Alten Lebacher Straße. Das nächste Bürgerforum ist am Dienstag, 9. Dezember.