Kahlschlag im Dianenhain?

Rodungsarbeiten im historischen Ludwigspark – hat das etwas mit dem neuen Stadion zu tun? Oder warum holzt der städtische Forst am Rodenhof rum? Fragen, die der CDU-Stadtverordnete Gerd Bauer aufwirft.

Gerd Bauer, der Vorsitzende der CDU Rodenhof, traut der Stadtverwaltung so manche Gemeinheit zu. Auch, dass sie mit Tricksereien einen Wald in einen Parkplatz verwandelt. Es geht um das städtische Waldgebiet an der Camphauser Straße. "Da ist ja immer in der Vergangenheit immer wieder laut darüber nachgedacht worden, ob man im Wald gegenüber dem Stadion Parkplätze anlegen könne", erinnert sich Bauer. "Nach dem Motto: Erst fällen wir den alten Waldbestand. Dann können wir sagen: Es gibt doch keinen schützenswerten Baumbestand da, also lasst uns Parkplätze bauen!", sei das geschehen.

Dass die Stadt angefangen hat, "Dutzende alter, aber gesunder Bäume " zu fällen, hat den Stadtverordneten also alarmiert. Die Rodenhofer, für die dieser Wald ein wichtiges Naherholungsgebiet sei, hätten, sagt Bauer, Anspruch darauf, zu erfahren, was da passiert.

Auf SZ-Anfrage teilte Stadtpressesprecher Thomas Blug am Freitag mit, dass es sich "bei den Arbeiten im Bereich des Stadtwaldes, der auch einen Teil des historischen Ludwigsparks umfasst, um eine ganz normale Holzernte" handele. Gleichzeitig erledige man "dringende Verkehrssicherungsarbeiten entlang der Camphauser Straße zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer".

Zuletzt sei 2006 und 2007 in diesem Waldstück gearbeitet worden. "Im Saarbrücker Stadtwald mit seinen insgesamt 2100 Hektar wachsen jedes Jahr 12 000 Kubikmeter Holz nach, 8000 Kubikmeter werden pro Jahr geerntet", sagt Blug und versichert: "Wir legen großen Wert auf eine ökologische Bewirtschaftung unseres Stadtwaldes." Deshalb sei der Stadtforst bereits 2010 mit einem internationalen Öko-Siegel ausgezeichnet worden.

"Je nach Wetterlage" werde wohl bis Ende nächster Woche gearbeitet. Dann werden die durch die Maschinen beschädigten Wege wieder eingeebnet und "stehen dann den Waldbesuchern wieder zur Verfügung", verspricht der Stadtpressesprecher.