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Initiative INSIEME in Saarbrücken hilft in Corona-Krise Menschen in Not

Initiative „INSIEME“ in Saarbrücken : Helfen als Ausgleich, um nicht allein zu sein

In Saarbrücken versorgt „INSIEME“ Menschen in Not mit Lebensmitteln und mehr. Die Initiative sieht ihr Hilfsangebot als Ergänzung zu anderen.

Die Initiative „INSIEME“ hat in Saarbrücken-Malstatt eine Hilfsaktion gestartet. Zweimal pro Woche werden Lebensmittel an Menschen in Not ausgegeben. Ausgabestelle ist der große Saal der Italienischen Mission in der Lebacher Straße 119 gegenüber der Saarbahn-Haltestelle Pariser Platz.

Schon am ersten Tag kam das Angebot gut an. Verteilt wurden Tüten mit haltbaren Grundnahrungsmitteln sowie Obst, Brot und Hygiene-Artikeln. Die Initiative ergänzt damit nach eigener Angabe ein ähnliches Angebot in St. Johann sowiedie „Gabenzäune“ an mehreren Stellen in der Stadt. Ihre Aktion soll insbesondere der Überbrückung dienen, bis die Saarbrücker Tafel in Burbach ihren Betrieb wieder aufnimmt. Die musste zwischenzeitlich das Angebot einstellen (wir berichteten).

Imma Gütschow vom Verein „WIR auf der Rußhütte“ hilft bei der Initiative „INSIEME“ mit. Die 51-Jährige ist im Alltag Produktionsleiterin bei ZF und hat wegen der Kurzarbeit Zeit, sich zu engagieren. Sie ist erfreut, dass so viele Menschen kommen und es so gut angenommen wird. Sie sieht ihre Mühen belohnt.

Albert Ottenbreit ist Sozialarbeiter und kennt sich in Malstatt gut aus. Der 64-Jährige ist beeindruckt, dass so ein Projekt in so kurzer Zeit aus dem Boden gestampft werden konnte. Er sagt: „Wir haben eine Warteliste für Mitarbeiter, weil uns so viele Menschen unterstützen wollen. Das ist der Wahnsinn.“  Calvin Thiel ist Student. Der 27-Jährige kommt aus St. Ingbert, um sich zu engagieren. Er vermisst grundsätzlich gemeinnützige Initiativen in der Corona-Krise und sieht in der Hilfe in Malstatt auch eine Hilfe für sich: „Ich habe in den letzten Wochen das Zusammensein mit Menschen vermisst. Das Helfen ist ein guter Ausgleich, um trotzdem nicht allein zuhause zu sein.“

Zu den Empfängern der Spenden gehört Cristina Mihai. „Ich habe die Empfehlung von einem Bekannten bekommen, hier herzukommen. Jetzt bin ich so froh, dass ich gekommen bin. Die Auswahl an Lebensmitteln ist super. Die Situation macht einen kaputt, aber das hier gibt mir etwas Hoffnung“, erklärt die 30-Jährige.

Sabrina Altmeyer ist als alleinerziehende Mutter aus Burbach eigens nach Malstatt gekommen. Die 26-Jährige hat drei Kinder und sei sehr dankbar, dass es dort Lebensmittel gibt: „Ich gehe zur Tafel, allerdings ist da ja alles zu. Ich hatte wirklich Angst, keine Lebensmittel mehr zu bekommen und wusste nicht, wie ich meine Familie ernähren soll. Die Menschen hamstern und kaufen alle günstigen Lebensmittel leer. Die teuren kann ich mir nicht leisten.“ Das Hilfsangebot in Malstatt sei ihre Rettung.

Mascha Dicks ist ebenfalls allein­erziehende Mutter aus Burbach und in ähnlicher Lage. Die 26-Jährige sagt: „Alles hat sich von jetzt auf gleich geändert. Ich hoffe,  die Situation legt sich schnell, und mein Kind kann bald wieder in den Kindergarten gehen.“ Auch Dicks war zuvor Kundin bei der Tafel.