„Malstatt Scouts“ : Initiative für mehr Jobs in Malstatt

Bis zu 600 neue Jobs für Langzeitarbeitslose, mehr bezahlbare Wohnungen, Smartphone- und Tablet-Schulungen sowie Beratung für junge ausländische Ladenbesitzer: Mit diesen ehrgeizigen Zielen für die nächsten vier Jahre ist im Saarbrücker Stadtteil Malstatt ein mit 1,8 Millionen Euro gefördertes neues Gemeinschaftsprojekt gestartet.

Es trägt den Titel „Malstatt Scouts – Wege in Beruf und Selbstständigkeit“. Partner sind die Stadt Saarbrücken, die Diakonie Saar und das Zentrum für Beruf und Bildung Saar (ZBB).

Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) sowie Diakonie-Geschäftsführerin Anne Fennel und ZBB-Geschäftsführerin Karin Riga gaben dazu kürzlich im Malstatter Kulturzentrum Breite 63 bei einer Feierstunde den Startschuss. Finanziert wird das Modellprojekt bis Ende 2022 fast ausschließlich mit Geld aus dem Programm BIWAQ (Bildung, Wirtschaft und Arbeit im Quartier) der Europäischen Union und vom Bund.

„Für das Förderprogramm hatten sich deutschlandweit 100 Kommunen beworben, von denen 37 – darunter Saarbrücken mit Malstatt – zum Zuge kamen“, berichtete Frank Schmitz vom Amt für soziale Angelegenheiten der Stadt Saarbrücken. „Im Malstatter Kerngebiet leben rund 15 000 Menschen, bei einer Arbeitslosenquote von 17 Prozent, einer der höchsten in der Landeshauptstadt“, sagte Schmitz.

Hier setzt das neue Programm an. Die „Malstatt Scouts“ sind elf hauptamtliche und weitere ehrenamtliche Mitarbeiter der drei Projektträger, die in Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur für mehr Beschäftigung sorgen wollen. So sollen Langzeitarbeitslose und Ein-Euro-Jobber dafür qualifiziert werden, zusammen mit der Siedlungsgesellschaft leerstehende Wohnungen zu renovieren und wieder nutzbar zu machen sowie Nachbarschaftsgärten und einen neuen Abenteuerspielplatz anzulegen.

Diakonie-Mitarbeiter und speziell geschulte Ein-Euro-Jobber helfen zudem älteren oder behinderten Menschen sowie gegebenenfalls auch Flüchtlingen mit Deutsch-Problemen bei Besorgungen, Arztbesuchen und Behördengängen. Für mehr digitale Kompetenzen der Bürger sollen Schulungsprogramme von Sozialpädagogen sorgen, für die aber noch keine passenden Räume gefunden sind.

Ein letzter, fünfter Baustein des „Scout“-Programms („Wege finden – Neuland betreten“) lautet „Gewerbeentwicklung“ und will vor allem den vielen jungen oder frisch gestarteten ausländischen Ladenbesitzern beratend unter die Arme greifen, damit sie den Weg in die Selbstständigkeit erfolgreich fortsetzen können. Industrie- und Handelskammer sowie Handwerkskammer haben dabei gleichfalls Unterstützung zugesagt, ebenso wie ein syrischer Freiwilliger.

Ein weiteres Ziel ist, dass auch mehr deutsche Bewohner in den arabischen oder anderen ausländischen Läden in Malstatt einkaufen. Dazu seien bald auch kulinarische Rundgänge im Stadtteil Malstatt geplant, sagte Schmitz – und Rathauschefin Britz verkündete: „Die Angebote der ,Malstatt Scouts’ sind grundsätzlich offen für alle Bewohnerinnen und Bewohner.“

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