Einladung zum Mitmachen

Der neue Spielplan der Breite 63 überzeugt durch Qualität und Quantität des Angebots, lobt Kulturdezernent Erik Schrader. Um das Niveau noch zu steigern, setzen die Verantwortlichen auf Netzwerke und mehr Zusammenarbeit.

Kulturdezernent Erik Schrader blieb nach eigenem Bekunden "fast die Spucke weg" - angesichts des "deutlichen Plus an Qualität und Quantität", das er insbesondere im Musikprogramm des Malstatter Kultur- und Bürgerzentrums Breite 63 ausmachte.

Auf der Pressekonferenz zur Vorstellung des Halbjahresspielplans zeigte sich Schrader am Montag außerdem über die wachsende soziokulturelle Ausrichtung der Spielstätte erfreut: Sie offeriere neben maßgeschneiderten Angeboten für Senioren und den Stadtteil auch Mitmach-Projekte, die, so Schrader, "den Menschen aus der Rolle des Konsumenten herausholen". Der künstlerische Leiter Hans Martin Derow bezeichnete den Ausbau der Breite 63 zur Heimstätte für Stadtteilprojekte denn auch als eine zentrale Aufgabe.

Als langfristige Ziele haben Derow und Standortleiter Armin Beyer sich neben einer Festigung der Publikumsbindung, die man mit einem Newsletter-Service anstrebt, die weitere künstlerische Professionalisierung des Standorts gesetzt. Dies soll durch mehr Kooperation und weiteres Knüpfen von Netzwerken erreicht werden. Als erfolgreiche Beispiele für entsprechende Initiativen nannte Beyer die Zusammenarbeit mit dem Saarbrücker Jazzförderverein Jazz Syndikat und dem Stadtteilbüro Malstatt . Wiederholt zu Gast in der Breite 63 ist nun auch das Saargemünder Festival "Mir redde Platt": Am 27. März entsendet es den Straßburger Liedermacher René Eglès und das Lothringer Quartett D'Zottel Kéniche nach Malstatt . Die Partnerschaft des Regionalverbands Saarbrücken mit der italienischen Provinz Agrigento beschert der Breite 63 obendrein einen sizilianischen Konzertabend mit dem Ensemble Vucciria (23. Januar). Darüber hinaus reisen weitere Musiker von außerhalb an.

Höhepunkte versprechen die Auftritte des amerikanischen Jazz-Harfenisten Park Stickney (30. Januar) und der Stettiner Weltmusik-Gruppe "Dikanda" (19. März). Die regionalspezifische Reihe "Local Heroes" dagegen läuft in der kommenden Saison aus.

Die letzten Termine bestreiten Didi Conrath, der "Freibeuter des politischen Lieds", am 24. April und Fingerstyle-Gitarrist Sammy Vomaka am 8. Mai jeweils mit einem Solo-Konzert. Dafür hat die Sparte Schauspiel/Comedy/Kabarett deutlich an Umfang zugelegt.

Hier empfiehlt Beyer etwa das Erzähltheater-Solo "Romeo und Julia" mit dem Freiburger Kabarettisten und Shakespeare-Liebhaber Bernd Lafrenz (6. Februar). Gute Nachricht für alle Künstler: Ab sofort können sie dank neuer LED-Beleuchtung auf der Bühne kühlen Kopf bewahren. Schlechte Nachricht: Im Stadtteil-Café der Breite 63 können sie sich vorerst nicht stärken. Es ist seit Jahresanfang geschlossen, weil es die Bürgerarbeit nicht mehr gibt. Karin Riga, Geschäftsführerin der Trägergesellschaft ZBB (Zentrum für Bildung und Beruf Saar gGmbH), verspricht: "Wir arbeiten an einer Lösung."

Saisonstart: Freitag, 16. Januar, 20 Uhr, mit Guillermo Rubalcaba & Luis Frank Arias - Live from the Buena Vista Social Club. Karten, Infos unter Tel. (06 81) 4 17 08 35.

breite63.de