Kostenpflichtiger Inhalt: Fastnacht : Bei den Rußhütter Eulen stand die Halle Kopf

Vier Stunden dauerte die Kappensitzung in der Mehrzweckhalle, bei der die Akteure das Publikum in Stimmung brachten.

350 Narren haben am vergangenen Samstag in der ausverkauften Mehrzweckhalle auf der Rußhütte den Sitzungskarneval gefeiert. Seit 52 Jahren lädt die Karnevalsgesellschaft „Die Eule“ zu ihren Kappensitzungen ein, und jedes Mal steht die Halle Kopf. So auch am Samstag, als insgesamt 80 von 200 Mitgliedern der Eule mit anpackten und das vierstündige Programm größtenteils selber gestalteten.

Direkt zu Beginn erhielten die Mini-Eulen großen Applaus für ihren Showtanz. Die Fünf- bis Achtjährigen stritten sich zunächst zur Schau auf der Bühne und tanzten sich danach mit Akrobatik und schönen Figuren in die Herzen der Gäste. Dem Publikum gefielen die kleinsten Eulen, und so gab es gleich zu Beginn die erste Rakete des Abends.

Auch in der Bütt regierten die Eigengewächse der Eule. Die 16-jährige Chantal Schwarz betrat mit ihrem Bruder Luca (13) die Bühne, und beide plauderten als Nachwuchs-Heimwerker über ihren Papa, der zu Hause ab sofort alles selber macht. „Auf einen Handwerker, gell merkt euch das, war eigentlich noch nie Verlass. Papa hat sich’s in den Kopf gesetzt und macht das alles selber jetzt“, sagte Chantal, bevor ihr Bruder auch von der einen oder anderen Panne erzählte. „Im Bad der Wasserhahn, der tropft und tropft, da hat er doch gleich die ganze Wand aufgeklopft. Doch etwas ging schief, das war ja das Schlimme, zwei Tage lang mussten wir ins Wohnzimmer schwimme“, sagte Luca, und die Narren in der Halle jubelten wegen der lustigen Witze, die die beiden auch noch in Reimform vortrugen.

Die Mini-Eulen verzückten mit ihrem Showtanz die rund 350 Gäste in der ausverkauften Mehrzweckhalle. Foto: Heiko Lehmann

Auch dem Vorsitzenden der Eule, Peter Theisen, gefiel die starke Show. Er stand in diesem Jahr nicht auf der Bühne und musste sich mit vielen anderen um das Drumherum kümmern. Und das war gar nicht so einfach. Die Stadt Saarbrücken wurde nicht wie versprochen mit den Renovierungsarbeiten im Keller fertig, und so konnten die Narren auch nicht die Toiletten nutzen. Eine Containerlandschaft vor der Halle sorgte für Abhilfe. „Es ist wie es ist, aber davon lassen wir uns die Laune nicht verderben“, sagte Peter Theisen. Eine Laune, die kurz nach Mitternacht ihren absoluten Höhepunkt erreichte. Denn dann kamen die Guggemusiker „Hättä Lila“ aus Villingen in die Halle und rockten mit fetziger und handgemachter Musik mehr als eine halbe Stunde lang die Bühne auf der Rußhütte.

Die Akteure: Märsche und Tänze: Die Kaulquappen, die Minieulen, die Schleiereuelen, die Schiereschreischwäncha, Putschjunklaballett, Tanzmariechen Natascha Hanauer. In der Bütt: Hannelore Huwig und Dieter Hornberger als Olga und Otto, Laura De Bernardo und Selina Gorak als „Pubertiere“, Chantal und Luca Schwarz als Heimwerker, Tanja Fuhrmeister und Petra Gorek als Tussy und Trampel, Melanie Neutzling als „Die Parteigründerin“, Felix Schäck. Gesang: Die Eulensänger, die Narrenkinder, Guggemusik „Hätta Lila“ aus Villingen.

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