Amby Schillo mischt Jazz, Pop und Latin-Klänge

Er ist einer, der sich nicht in den Vordergrund drängt: Trotzdem zählt Amby Schillo (u.a. Mitglied bei Marx Rootschilt Tillermann, An Erminig, früher auch Joy-Fleming-Band) seit nunmehr fünf Jahrzehnten zu den bekanntesten saarländischen Musikern. Dass er nach wie vor auch zu den besten seiner Zunft gehört, zeigte der Sänger und Multi-Instrumentalist (unter anderem Percussion , Gitarre, Mundharmonika) nun mit "AmbyAnce". Mit diesem neuen Projekt unter dem eigenem Namen servierte Schillo am vergangenen Samstag im gut besuchten Malstatter Kulturzentrum Breite 63 eine - wie der Titel bereits erwarten ließ - entspannte Mixtur aus den Grenzgefilden zwischen Jazz, Pop und Latin. Bei Noten von Miles Davis , Horace Silver, Antonio C. Jobim, Van Morrison bis Paul Simon unterstrich der Neunkircher eindrucksvoll seine Klasse: Mit mal lässig unterkühltem, mal herzerwärmendem Gesang rückte er auch manchen Song in ein vorzügliches Licht, der bei weniger begabten Interpreten allzu zuckrig geraten könnte. Understatement heißt die Zauberformel von Schillo. Wenn er seine Stimme hier freilich in jazztypischer Scat-Manier wie ein Instrument einsetzte, dann mutierte der bescheidene Routinier schon mal zum veritablen Vokalvirtuosen: Chapeau!

Dass Schillo im wörtlichen Sinn "nebenbei" hochkarätige Arbeit mit Percussion und obendrein Gitarre leistete, vergisst man da fast zu erwähnen. Keinesfalls zu unterschätzen sind schließlich auch die maßgeschneiderten Rhythmen der Begleiter Jochen Lauer (E- und Kontrabass) und Stephan Brandt (Schlagzeug) und die atmosphärisch dichten Tasten-Klänge von Jürgen Schmidt (Piano, Keyboard). Alle zusammen lassen sie AmbyAnce zu einer gelungenen Sache werden. Verdiente Begeisterung in der Breite 63.