| 21:18 Uhr

Ausstellung Magdalena Grandmontagne bei Neuheisel
Malerei mit einem zarten Schmelz

Saarbrücken. Enkaustik-Kunst von Magdalena Grandmontage ist bis 7. Juli in der Galerie Neuheisel zu sehen. Von Nicole Baronsky-Ottmann

Wenn man sich die aktuelle Ausstellung „Magdalena Grandmontagne. Heiße Spur – tracé à chaud“ in der Saarbrücker Galerie Neuheisel anschaut, muss man sich mit einer ganz bestimmten Gestaltungstechnik vertraut machen. Denn Magdalena Grandmontagne zeigt dort Werke, die ausschließlich in Enkaustik-Malerei entstanden sind. Das ist eine Maltechnik, bei der in Wachs gebundene Farbpigmente heiß auf den Maluntergrund aufgetragen werden – oder zumindest meistens.


Das hört sich erstmal recht unspektakulär an, aber was Grandmontagne dieser Technik an Formen, Wirkungen und Effekten abgewinnt, ist beeindruckend. Dabei widmet sich die Künstlerin aus Saarlouis, die in den 1970er Jahren in Nizza an der „Ecole Nationale des Arts Décoratifs“ studierte, erst seit 2016 der Enkaustik-Technik. Und die ersten Werke, gleich am Eingang der Galerie, zeigen dann auch dunkelgraue Pinselschwünge auf hellem Untergrund – eine Malerei, die wenig erstaunt, aber die schon andeutet, was an dieser Technik so faszinierend sein kann. Denn mittels des Wachses haben die Werke alle einen zarten Schmelz, schimmern tiefgründig, sind zart transparent, wirken leicht und elegant. Auch die Werke gegenüber, hier wurde allerdings der Untergrund farbig gestaltet und mit einer Wachsschicht überzogen, zeigen genau diesen feinen Schimmer. Grandmontagne kann aber noch viel mehr. Sie präsentiert auch Arbeiten, die farblich kräftig betont sind, dabei aber als Oberfläche Perlen, Perlenschnüre oder andere wiederkehrende, reliefartige Muster zeigen. Die großen Holzplatten im hinteren Teil der Galerie sind sowohl plan, als auch erhaben, wie auch vertieft gestaltet. Denn die Künstlerin erreicht hier, dass die aufgetragene Wachsschicht mal Formen zeigt, die an geöffnete Blasen erinnert, dann wie mit Schablonen eingedrückt erscheint, oder aber das Wachs wird einfach nur dezent, aber tiefgründig und schimmernd aufgetragen, so dass diese Arbeiten an die Musterungen von Marmorpapieren erinnern. Kaum zu glauben, wie vielseitig diese uralte Technik gearbeitet werden kann.

Die Ausstellung in der Galerie Neuheisel, Johannisstraße 3a, ist bis 7. Juli zu sehen. Öffnungszeiten:  Dienstag von 10 bis 16 Uhr, Donnerstag von 13 bis 19 Uhr und Samstag von 11 bis 13 Uhr.