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Magier Kalibo auf Kreuzfahrt unterwegs

Zauberer arbeitet auf Kreuzfahrt : Kalibo noch „auf der Arche der Glückseligkeit“

Der Magier arbeitet gerade auf einem Kreuzfahrtschiff – zuhause erwarten ihn Sorgen um abgesagte Auftritte.

Während andere Reedereien wie „Aida“ und „Tui Cruises“ ihren Kreuzfahrt-Betrieb wegen der Corona-Krise bereits eingestellt haben, ist die „MS Albatros“ von „Phönix Reisen“ zurzeit noch mit Kurs auf Bremerhaven im Mittelmeer unterwegs. Mit an Bord ist „Kalibo“. Der Saarbrücker Magier ist regelmäßig auf Kreuzfahrtschiffen engagiert und bundesweit als Protagonist der ARD-Doku-Serie „Verrückt nach Meer“ bekannt.

Anfang März ist er auf Bali an Bord gegangen: „Es ist nicht so, dass wir sorglos dorthin geflogen sind, uns keine Gedanken gemacht haben“, betont er. Zudem seien auch alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden. Doch die damalige Situation sei von der aktuellen Lage noch weit entfernt gewesen. Deshalb sei man „guten Mutes“ in See gestochen. Nachdem bereits einige Häfen auf den indonesischen Inseln geschlossen wurden, sei das Schiff in Richtung Singapur weitergefahren. Doch dann hätten sie die Nachricht erhalten, dass sie dort auf keinen Fall anlegen dürften: „Wir lagen zwei Tage vor Singapur und haben wirklich gebangt, ob wir den benötigten Treibstoff und Proviant für unsere Weiterfahrt bekommen“, erzählt der Saarländer.

Als dann bekannt wurde, dass weitere Häfen auf der geplanten Route nach Dubai dicht seien, habe die Reederei zunächst beschlossen, „die Reise aus Sicherheitsgründen bis ins Mittelmeer durchzuziehen“. Inzwischen stehe fest, dass das Schiff bis Bremerhaven durchfährt und bis zur geplanten Ankunft am 7. April dann 30 Tage nonstop auf See ist. Da es keine Landgänge mehr gibt, müssen Kalibo, der aktuell als Zauberer und Moderator an Bord ist, und seine Künstler-Kollegen nun wesentlich mehr arbeiten: „Wir tun unser Bestes, um die Gäste bei Laune zu halten – und das gelingt uns auch. Dafür sind wir hier, das ist unser Job“, sagt er. Natürlich habe die Reederei entsprechende Maßnahmen wie die tägliche Messung der Temperatur aller Gäste ergriffen. Aber alle an Bord seien gesund. „Ich bin mir der Situation bewusst, hier auf der Arche der Glückseligkeit zu sein“, sagt der Künstler und ergänzt: „Ich habe noch Arbeit, und es fühlt sich noch alles normal an.“ Zurück an Land werde ihn die Situation aber wohl wie ein Faustschlag treffen.

Die große Frage sei, wie es dann weitergehe. In den nächsten Wochen wurden ihm schon einige große Veranstaltungen abgesagt. Auch seine Künstlerkollegen wüssten nicht, wann sie ihr nächstes Engagement bekommen. „Das ist die große Ungewissheit, die mich nervös macht, und an den Rand der Depression bringt.“