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Landeshauptstadt Saarbrücken vergibt Förderstipendien
Jung und kreativ in Saarbrücken

Feierliche Preisverleihung im Festsaal des Saarbrücker Rathauses:  Jakob Raab, Charlotte Britz, Philipp Neumann und Lydia Kaminski (von links). Foto: Kerstin Krämer
Feierliche Preisverleihung im Festsaal des Saarbrücker Rathauses:  Jakob Raab, Charlotte Britz, Philipp Neumann und Lydia Kaminski (von links). Foto: Kerstin Krämer FOTO: Kerstin Krämer
Saarbrücken. Die Förderstipendien der Stadt wurden an das Studio Lydia Kaminski/Philipp Neumann und den Komponisten Jakob Raab vergeben. Von Kerstin Krämer

Kurz und knackig – so war die Verleihung der Förderstipendien der Landeshauptstadt an junge Künstler und Künstlerinnen. Im Rathausfestsaal zeichnete Oberbürgermeisterin Charlotte Britz am Mittwoch im Bereich Bildende Kunst das Studio Lydia Kaminski/Philipp Neumann aus, parallel nahm der Komponist und Pianist Jakob Raab den jeweils mit 6000 Euro dotierten Preis entgegen.


Wie es bei der Veranstaltung traditionell üblich ist, übernahm der Preisträger im Fach Musik auch gleich selbst die Umrahmung des Festakts: Zusammen mit der Violinistin Iris Domine interpretierte Raab am Flügel seine beiden Neue Musik-Stücke „Stop/Rewind 1+2“ für Geige und Klavier.

Zu den Gepflogenheiten des Preises gehört auch, dass der Kulturausschuss die Jury stellt und dass deren Mitglieder auch die Laudatio halten. Diesmal sprachen Lothar Schnitzler und Mirco Bertucci, der für seine erkrankte Fraktionskollegin Elisabeth Potyka einsprang. Potyka ließ es sich dennoch nicht nehmen, sich bei Thomas Altpeter vom Kulturamt persönlich für dessen Unterstützung im Vorfeld und seine „hohe Fachkompetenz“ zu bedanken.



Beide Laudatoren fassten sich recht kurz – Bertucci hielt gar die womöglich knappste Lobesrede, die der Rathausfestsaal je erlebt hat. Er stellte Jakob Raab vor und bescheinigte dem jungen Komponisten vielfältige Einflüsse und ein breites Interessenspektrum, das nicht nur auf die Musik gerichtet sei.

Raab wurde 1995 in Saarbrücken geboren und war Jungstudent bei Theo Brandmüller und dessen Nachfolger Arnulf Herrmann an der Hochschule für Musik Saar (HfM). Parallel nahm er an den Kompositionsklassen von keinem Geringeren als Wolfgang Rihm an der Musikhochschule Karlsruhe teil, wo er auch für Musiktheorie und Klavier eingeschrieben war.

Aktuell studiert Raab Komposition an der HfM und ist seit diesem Jahr Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes. In den vergangenen Jahren wirkte er bereits mehrmals bei der Saarbrücker Sommermusik mit.

Mit den Worten „Sie haben beide gezeigt, dass Sie würdige Preisträger sind“, wandte sich danach Lothar Schnitzler an Lydia Kaminski und Philipp Neumann. Kaminski, geboren 1984 in Merzig, ist Filmemacherin und Malerin. Nach ihrem Diplom in Modedesign an der Fachhochschule Trier 2009 arbeitete sie als Kostüm- und Modedesignerin und lebte eine Zeit lang in Schweden und den Niederlanden.

2015 machte sie ihren Master in Social Design in Wien mit dem Stopmotionfilm „So Far“, der auf Festivals in Wien, Schwerin und New York gezeigt wurde. Seitdem widmet sie sich ganz ihrer künstlerischen Arbeit.

Seit 2016 ist Kaminski nicht mehr nur privat, sondern auch beruflich mit Philipp Neumann verbandelt. Der freischaffende Künstler und Lichtdesigner wurde 1982 in Dresden geboren, kam 2003 ins Saarland und absolvierte hier zunächst eine Ausbildung zum Licht- und Veranstaltungstechniker. 2007 begann er sein Studium in Mixed Media und Bildhauerei an der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBK), das er 2013 mit Auszeichnung beendete. Er ist  Lichtdesigner und Techniker der Gruppe „Die Redner“. In ihren gemeinsamen multimedialen Installationen setzen sich Kaminski und Neumann häufig mit sozialen Fragestellungen auseinander.

Während Charlotte Britz den Kulturschaffenden für ihr Engagement dankte, skizzierte Kulturdezernent Thomas Brück das kulturpolitische Konzept der Landeshauptstadt, deren Gesicht von einer „lebendigen freien Kulturszene“ geprägt werde. Diese gelte es zu ermutigen und insbesondere Innovatives, Originelles und Schräges zu fördern. Brück: „Mit den Förderstipendien wollen wir Künstlerpersönlichkeiten fördern, die etwas wagen. Wir wollen Künstlerinnen und Künstler ermutigen, zu experimentieren und damit unsere Stadt zu einem Ausgangsort für zeitgenössische Kunst zu machen.“