Literarische Gesellschaft Meridian hat sich aufgelöst.

Verein löst sich auf : Verein Meridian hat sich aufgelöst

Die literarische Gesellschaft fand niemanden, der den Vorsitz übernahm.

Nach 16 Jahren ist Schluss. Die literarische Gesellschaft Meridian hat sich zum Ende des vergangenen Jahres aufgelöst. Gründe seien das fortgeschrittene Alter der Mitglieder sowie eine fehlende Nachfolge für den Vorstandsvorsitz, wie der Verein mitteilt.

„Wir mussten leider feststellen, dass eine ganze Reihe von Mitgliedern inzwischen aus Altersgründen unsere Lesungstermine und Exkursionen nicht mehr wahrnehmen kann“, sagt die Vorsitzende Rosemarie Kelter. Seit der Gründung des Vereins im Oktober 2002 trug Kelter die Verantwortung. Wie sie nun ebenfalls bekannt gab, könne sie aus gesundheitlichen Gründen die „notwendigen Planungs- und Koordinierungsarbeiten nicht mehr in dem Umfang leisten, wie es wünschenswert und notwendig ist“. Es sei sehr aufwendig, alljährlich ein Programm auf die Beine zu stellen, entsprechende Räume für Lesungen zu suchen und Exkursionen zu organisieren, sagt die 82-Jährige. Kein Vereinsmitglied sei bereit gewesen, den Posten als Vorsitzender zu übernehmen. Des Weiteren sei durch das Ausscheiden von Ralph Schock als Leiter der Literaturredaktion im Jahr 2017 auch die Zusammenarbeit mit dem Saarländischen Rundfunk (SR) zu einem Ende gekommen, sagt Kelter. Mitte Dezember vergangenen Jahres schlug sie in einem Rundbrief daher vor, den Verein zum 31. Dezember aufzulösen. Die Vereinsmitglieder stimmten diesem Vorschlag zu.

Der Verein veranstaltete beispielsweise in Kooperation mit dem Kultusministerium, dem SR oder der Saarländischen Gesellschaft für Kulturpolitik Lesungen mit regionalen und überregionalen Autoren – dazu zählte die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller. „Selbstverständlich haben auch fast alle saarländischen Autoren ihre Bücher bei uns vorgestellt“, sagt Kelter. Auf mehrtägigen Studienreisen besuchten die Vereinsmitglieder zum Beispiel Paris, Prag oder Tübingen.

„Ich bedauere die Auflösung natürlich, aber irgendwann ist Schluss. Ich mag nicht mehr“, sagt Kelter. Der Vorstand empfiehlt den Mitgliedern, sich in der literarischen Gesellschaft Melusine einzubringen.

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