Linke im Stadtrat Saarbrücken kritisiert Nominierung von Barbara Meyer-Gluche

Fraktionsvorsitzender zur Nominierung als Finanzdezernentin : Linke kritisiert Nominierung von Meyer-Gluche

Barbara Meyer-Gluche von den Grünen hatte angekündigt, als Nachfolgerin von Bürgermeister Ralf Latz (SPD) anzutreten. Nach Kritik von der SPD kommen jetzt auch kritische Stimmen von den Linken.

Anfang Dezember soll Barbara Meyer-Gluche vom Stadtrat zur Saarbrücker Bürgermeisterin gewählt werden (wir berichteten). 32 der 63 Stimmen aus dem Stadtrat braucht sie dafür – 34 entfallen auf das aktuelle Bündnis aus CDU, Grünen und FDP.

Foto: BeckerBredel

Michael Bleines, der Fraktionsvorsitzende der Linken im Stadtrat, sieht die Nominierung kritisch. Meyer-Gluche habe bis 2010 noch studiert und erst seit 2017 berufliche Erfahrungen als Referentin im Finanzministerium gesammelt. Ihre Nominierung würde sich daher nicht ohne weiteres erschließen.

„Womöglich existiert bei CDU und FDP so wenig Finanzkompetenz, dass Meyer-Gluche einfach die Person in der Koalition mit dem größten Fachwissen und der längsten Erfahrung ist“, schreibt Bleines in einer aktuellen Pressemitteilung. Wahrscheinlicher sei aber, dass die Nominierung der Preis „für das Umkippen der grünen Fraktion und deren Beteiligung an Jamaika“ sei. Mit dem Abgeben des vielleicht wichtigsten Postens an die Grünen lasse sich die CDU vorführen, so Bleines weiter. Es müsse sich nun zeigen, ob Meyer-Gluche „trotz fehlender Erfahrung und jungen Jahren ein eigenständiges Fachdezernat“ führen könne. Man hoffe, dass der „raketenhafte Karrieresprung“ der Grünen-Politikerin die Landeshauptstadt nicht beschädige.

Die SPD hatte nach der Nominierung ebenfalls bezweifelt, ob Meyer-Gluche „die Richtige für den Job“ sei. Auch die Erweiterung der Position um den Bereich der Nachhaltigkeit sei „willkürlich und wenig sachgerecht“, teilte SPD Stadtverordnete Esther Rippel mit. Widerspruch kam von der CDU, die die Bewerbung begrüßte. Finanzminister Peter Strobel: „Die CDU setzt konsequent auf Qualität und Kompetenz im Saarbrücker Rathaus.“ Daher sei die Bewerbung willkommen. Auch die FDP springt Meyer-Gluche zur Seite. Es sei niveaulos, wenn die Linke meint, dass Meyer-Gluche wegen ihres jungen Alters nicht für den Posten geeignet sei, sagt Tobias Raab von der FDP-Stadtratsfraktion.