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Leo Kornbrusts Stele vorm UKV-Gebäude

Kunst im öffentlichen Raum : Ein Granit aus Afrika im Herzen kühner Architektur

Der saarländische Bildhauer Leo Kornbrust schuf eine Stele für den Garten der UKV-Versicherung. Mit schwerem Gerät ging er an die Arbeit.

Der Gebäudekomplex der Union-Krankenversicherung (UKV) liegt in der Peter-Zimmer-Straße, unterhalb des Eschbergs. Mitte der 1990er-Jahre wurden die modernen, runden Glas-Stahlbauten errichtet, entworfen von der Architektengemeinschaft Bernhard Focht/ Harald Grund. Dazu wurde ein geschwungener Wasserkanal angelegt und der Eingangsbereich wurde mit einer breiten Rampe und einer in etwa zehn Meter hohen Granitsäule akzentuiert.

Diese Stele stammt von Leo Kornbrust, einem der bekanntesten und renommiertesten Bildhauer des Saarlandes. Leo Kornburst wurde 1929 in St. Wendel geboren, nach Schreiner- und Holzbildhauer-Lehre studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in München.

1960 kehrte er nach St. Wendel zurück, 1967 erhielt er bereits den Albert-Weisgerber-Preis der Stadt St. Ingbert. 1978 wurde er an den Lehrstuhl für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München berufen, 1985 erhielt er den Kunstpreis des Saarlandes.

Kornbrust machte aber nicht nur durch eigene Kunstwerke von sich reden, sondern war auch der Initiator des Internationalen Bildhauersymposions in St. Wendel und der „Straße der Skulpturen“ in St. Wendel.

Seine Kunstwerke finden sich im ganzen Saarland, eines der bekanntesten ist die „Saarbrücker Schriftsäule“ aus dem Jahr 1989 vor der Modernen Galerie.

Die Stele vor der UKV-Versicherung trägt den Namen „Hohes Siebeneck“. Sie wurde aus südafrikanischem, fast schwarzem Impala-Granit gefertigt. Leo Kornbrust gab der Stele eine sehr einfache Gestaltung. Auf zehn Metern Höhe wurde die aus zwölf siebeneckigen Einzelblöcken bestehende Säule leicht ineinander gedreht, sodass sie natürlich, fast schon bewegt erscheint.

Das Äußere wurde durch unregelmäßige, vertikale Kerben gestaltet, die in mehreren Etagen angebracht wurden, immer durch einen kleinen unbearbeiteten Bereich unterbrochen. So hat man den Eindruck, dass die Stele über die gesamte Höhe in Etagen aufgeteilt ist. Die Bearbeitung des Steins, die Kerben, die in ihn getrieben wurden, zeugen von einer großen Kraft.

Laut Inge Plettenbergs Buch „Leben im Stadtteil Eschberg“ hat der Künstler die Gestaltung mit „schwerem Gerät“, mit Presslufthammer und Bohrhammer ausgeführt. Und dort ist noch ein weiteres Detail zu lesen. Auf dem oberen Abschluss der Skulptur sei noch ein Wort von Kornbrusts verstorbener Frau, der Dichterin Felicitas Frischmuth, eingraviert.

Foto: B&K/Bonenberger/

Die monumentale Skulptur, die fast schon an eine antike, verwitterte Säule erinnert, passt farblich genau zu den Stahl-Glas-Konstruktionen sowie zu der Betoneinfassung des Wasserkanals. Sie ist der Höhepunkt der harmonischen, künstlerisch hochwertigen Gestaltung des gesamten Bürokomplexes.