Leiter der Berufsfeuerwehr Saarbrücken Josef Schun meldet sich krank

Erster Arbeitstag : Jetzt meldet sich der Leiter der Saarbrücker Berufsfeuerwehr krank

Josef Schun ist am Dienstag auf seinen Posten zurückgekehrt. Zur offiziellen Amtsübernahme kam er nicht.

Josef Schun ist am Dienstagmorgen (23. April) wieder auf seinen Posten als Leiter der Berufsfeuerwehr zurückgekehrt. Auf dem Weg dahin begleitete ihn der Saarbrücker Sicherheitsdezernent Harald Schindel (Linke). Der Tag begann mit einer Sitzung des Wachmannschaftsbeirats unter Leitung von Bürgermeister Ralf Latz (SPD).  Während der morgendlichen Besprechung sollte der in weiten Teilen der Belegschaft wegen seines Führungsstils umstrittene Feuerwehrchef erklären, wie er sich künftig die Zusammenarbeit mit der Mannschaft vorstellt. Entsprechendes soll Latz von Schun gefordert haben.

Als Schun nachmittags in der Feuerwache 1 im Hessenweg seine Amtsgeschäfte offiziell übernehmen sollte, kam er aber nicht: Nach SZ-Informationen meldete sich Schun kurzfristig krank, bis zum 29. April. Angeblich hatte die Stadt sein Erscheinen zuvor angeordnet, auch Latz und Schindel sollen schon da gewesen sein.

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) hatte bis zuletzt versucht, Schun nicht mehr an die Spitze der Berufsfeuerwehr im Saarland zurückkehren zu lassen. Mitarbeiter werfen ihm einen autoritären Führungsstil vor. Das Oberwaltungsgericht (OVG) verschob zwar den vom Verwaltungsgericht gesetzten Termin, ließ grundsätzlich aber die Beschwerde an dem Richterspruch abblitzen. Stattdessen mussten Amtsärzte alle krankgeschriebenen Feuerwehrbeamte untersuchen. Es bestand der Verdacht, dass sich Feuerwehrleute just in dem Moment vom Dienst befreien ließen, als die Entscheidung bekannt gegeben worden war, dass Schun seine alte Funktion wiedererlangen soll.

Zu Spitzenzeiten waren 98 Wehrleute außer Dienst, die Berufswehr zeitweise komplett ausgefallen. Freiwillige Feuerwehren im Regionalverband übernahmen die Aufgabe. Aktuell sind nach Angaben der Stadt noch 59 Berufsfeuerwehrbeamte der knapp 200 Feuerwehrbediensteten krank.

Informationen, wonach es nach dem OVG-Richterspruch über Schuns endgültige Rückkehr nun vermehrt Kündigungen geben soll, bestätigten sich bislang nicht.

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