Lehrer Rolf Gergen aus Saarbrücken geht in den Ruhestand

Auch als Pensionär will Rolf Gergen sportlich bleiben : Die Schule lässt ihn nicht wirklich los

Nach 42 Jahren als Lehrer tritt Rolf Gergen aus Saarbrücken zum 1. August in den Ruhestand.

Nur noch wenige Tage, dann darf sich Rolf Gergen Pensionär nennen. Nach 42 Jahren im Schuldienst, zuletzt als Lehrer für Sport und Französisch an der Gemeinschaftsschule Güdingen, tritt er zum 1. August in den Ruhestand. Am 15. August feiert der gebürtige Saarlouiser, der seit einem knappen Jahrzehnt einen Steinwurf entfernt vom Saarbrücker Stadion Kieselhumes wohnt, seinen 66. Geburtstag.

Niemand muss fürchten, dass Gergen in ein tiefes Loch fällt, wenn sein Arbeitsleben demnächst offiziell endet. Der Mann strotzt vor Vitalität, er braucht noch eine Menge Zeit, um all seine Pläne zu verwirklichen. Genau genommen ist er noch bis Ende September als Lehrer gefordert, um in die nähere Zukunft zu blicken. Denn Gergen ist vor allem ein erfolgreicher Sportlehrer. Mit den Zehn- beziehungsweise Elfjährigen der Gemeinschaftsschule Güdingen ist er im Mai Saarlandmeister im Fußball geworden. Damit vertreten sie unser Land beim Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia“ in Bad Blankenburg in Thüringen. Um seine Schützlinge („meine kleinen Zwerge“) auf dieses Ereignis vorzubereiten, habe er mit dem Kultusministerium vereinbart, dass er ab Beginn des neuen Schuljahres wöchentlich eine vierstündige Fußball-AG anbietet, bis Ende September eben.

Wie Gergen berichtet, hat er achtmal mit seinen Schul-Mannschaften das Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia“ erreicht, nicht nur mit jungen Fußballern, auch mit Volleyballern und Leichtathleten. In der Volleyball-Szene hat er sich auch abseits der Schule einen Namen gemacht. Von 1989 bis 2004 war Gergen der Macher beim Karlsberg-Cup. Die Herren des TV Saarwellingen hat er in der 2. Bundesliga trainiert, auch in Luxemburg und in Frankreich war er als Coach tätig. Heute noch trainiert er die Volleyballerinnen des ATSV Saarbrücken in der Bezirksliga. Sportlich will der dreifache Opa auch als Ruheständler bleiben. „Ich habe meinen Porsche verkauft und mir ein E-Bike gekauft“, sagt Gergen. Seine Frau Beate habe auch solch ein Fahrrad, mit ihr will er auf Tour gehen. Und die Welt erkunden. Für Oktober ist eine dreiwöchige Asien-Reise geplant, mit Stationen in China, Japan und Vietnam. Und 2024 will er die Olympischen Spiele in Paris hautnah miterleben. Bis dahin bleibt Zeit, die Sprachkenntnisse auszubauen. „Ich möchte meine Lieblingssprache Italienisch lernen und mein Englisch auffrischen.“ Dazu will er Kurse der Volkshochschule belegen. Rolf Gergen kommt halt nicht wirklich los von der Schule.

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