Landeshauptstadt arbeitet an neuer Tourismusstrategie

Tourismus : Wie Saarbrücken Bus-Touristen anlocken will

Das City-Marketing konzipiert stetig Angebote für Besuchergruppen. Die Stadtverwaltung lässt eine Tourismusstrategie erarbeiten.

Diese Stadt ist eine Reise wert – da sind sich alle einig, die in Saarbrücken mit Tourismus zu tun haben. Aber leider hat sich das außerhalb von Saarbrücken bislang offenbar nur eingeschränkt herumgesprochen. Denn während sich in anderen deutschen Städten vergleichbarer Größe – wie beispielsweise in Heidelberg, Tübingen oder Freiburg – im Sommer ganze Scharen von jungen Leuten aus aller Herren Länder auf den Straßen tummeln, bleiben die Saarbrücker doch überwiegend unter sich. Und das, obwohl gerade Heidelberg, Tübingen und Freiburg auf den ersten Blick ja nichts anderes zu bieten haben als Saarbrücken auch – einen Fluss, ein Schloss, eine Universität, ein Theater. Und Saarbrücken hat darüber hinaus sogar noch ein Weltkulturerbe kurz vor der Stadtgrenze. Trotzdem fahren viele japanische Reisegruppen lieber nach Heidelberg.

Aber das soll sich ändern. Laut Pressestelle erarbeitet die Stadtverwaltung derzeit gemeinsam mit mehreren gewichtigen Partnern die Eckpunkte für eine „Tourismusstrategie 2025“ für die gesamte Region –- mit von der Partie sind der Saarbrücker Verkehrsverein und das City-Marketing, der Regionalverband, das Wirtschaftsministerium, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), der Verein für Handel und Gewerbe sowie die Industrie- und Handelskammer (IHK).

Wenn die Eckpunkte stehen, voraussichtlich nach den Sommerferien, wollen die Akteure eine Werbeagentur damit beauftragen, die weiteren Elemente der Strategie auszuarbeiten. Und Ende des Jahres soll sie schließlich den Segen des Stadtrates bekommen.

Bürgermeister Ralf Latz (SPD) versichert außerdem: „Das innerstädtische Messe- und Kongresszentrum und Hotelprojekte im direkten Umfeld nehmen Fahrt auf.“ Auch das solle in der Tourismusstrategie berücksichtigt werden.

Aber damit nicht genug. Latz erklärt: „Parallel zur Entwicklung der Tourismusstrategie arbeitet das Saarbrücker City-Marketing als städtische Gesellschaft kontinuierlich daran, mehr Touristen in die Stadt zu ziehen.“ Beispielsweise festige das City-Marketing zurzeit seine Position im Städtenetzwerk Quattropole. Latz: „Mit Unterstützung einer international tätigen PR-Agentur werden Presseberichte und Anzeigen in Bus- und Reisemagazinen initiiert, um Saarbrücken mit seiner besonderen Grenzlage im Herzen Europas im internationalen Städtetourismus zu positionieren.“

Ein solch systematisches, breit angelegtes und langfristiges Vorgehen – so erläutert die Stadtpressestelle – sei notwendig, weil die Tourismusbranche sich ständig verändere. Städtereisen würden immer beliebter und fänden ständig neue Zielgruppen – ein Beispiel seien die sogenannten young urban tourists (Englisch für: Junge Stadttouristen).

Daher werde auch das Internet immer wichtiger für die touristische Vermarktung einer Stadt – dazu gehören die Werbung im Internet, die Möglichkeit, übers Internet ein Hotelzimmer, Konzert- und Theaterkarten zu buchen und vieles andere mehr. Es ist also abzusehen, dass Saarbrücken seinen Konkurrenten in Kürze doch die eine oder andere Busladung Touristen abspenstig machen wird. Die Infrastruktur, die nötig ist, um die Reisenden in Empfang zu nehmen und an die touristischen Hotspots der Stadt weiterzuleiten, die hat Saarbrücken schon länger.

Der Busbahnhof in der Dudweiler Straße ist leicht zu erreichen – sowohl von der A 1, der A 623, aber auch von der A 620 über die Westspange und die Camphauser Straße. Und er ist rund 4000 Quadratmeter groß. Er dient gleichzeitig als Haltestelle für durchfahrende nationale oder internationale Fernbusse und als zentrale Anlaufstelle für Touristenbusse.

Sechs barrierefreie Haltepunkte mit Führungshilfen für blinde und sehbehinderte Menschen ermöglichen den Passagieren, problemlos aus- und einzusteigen. Insgesamt 14 Reisebusse können dort gleichzeitig parken, Plätze für begleitende Pkw sind ganz in der Nähe. Fahrgastunterstände schützen vor plötzlichen Regenschauern. Die Toilette kostet 50 Cent. Auf großen Tafeln finden die Touristen einen Stadtplan, Wegweiser für Fußgänger und die Fahrpläne von Saarbahn und Bus. Also kommen die Touristen vom Busbahnhof problemlos in die City. Und in Kürze will die Stadt am Busbahnhof auch noch Fahrradständer und -Boxen installieren.

Diese Infrastruktur wird auch heute schon genutzt. Denn das Saarbrücker City-Marketing präsentiert im Internet eine ganze Reihe von Angeboten für (Bus-)Reisegruppen. Dazu gehören Führungen, Besichtigungen, Tagesfahrten in benachbarte Orte und Regionen und anderes mehr – alles zu finden unter http://www.saarbruecken.de/tourismus/gruppenangebote.

Und damit nicht genug. Das City-Marketing versichert: „Wir entwickeln permanent touristische Angebote für (Bus)Reisegruppen, z.B. neue Formate für Gästeführungen wie zuletzt ‚Geheimnisse einer Kammerzofe‘ oder ‚40 Jahre St. Johanner Markt‘.“

Ein besonderer Service der Saarbrücker Tourist-Information für Gruppenreisen ist die Stadtführung mit Hörkomfort. Dabei bekommen die Teilnehmer einen Funk-Kopfhörer, auf dem ihnen der Text der Stadtführung so vorgelesen wird, dass er auch für Menschen mit Hörbeeinträchtigung gut verständlich ist.

Die Tourist-Information in Saarbrücken im Rathaus St. Johann ist Partner des 2015 von der Tourismus Zentrale Saarland gegründeten Netzwerks Hören, das sich für die Erweiterung von touristischen Angeboten für Hörgeschädigte im Saarland engagiert. Die Tourist-Information Saarbrücken ist kürzlich mit dem Qualitätssiegel „Hören mit Herz“ ausgezeichnet worden. Denn ihre Mitarbeiter haben das Seminar „Hören mit Herz“ absolviert und sind auf die Bedürfnisse hörgeschädigter Menschen eingestellt. Und um in all diesen Bereichen stets auf dem Laufenden zu bleiben, ist das Saarbrücker City-Marketing auch Mitglied im Internationalen Bustouristik Verband RDA.

Weitere Infos für Busfahrer
gibt’s im Internet:

www.saarbruecken.de/tourismus/gruppenangebote/service_fuer_busfahrer

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