Celine Schieber aus Fechingen Landesbeste Friseurmeisterin arbeitet gar nicht in dem Beruf

Fechingen · Die landesbeste JungmeisterinCeline Schieber (25) ist im Friseurhandwerk sehr erfolgreich, dabei arbeitet aber nicht mal in ihrem Beruf. Verschwendetes Talent? Sie sieht das anders. Die Fechingerin wollte immer einen Bürojob, in der Fachoberschule war ihr Praktikumsbetrieb daher eine Versicherung.

 Celine Schieber (25) ist die landesbeste Jungmeisterin im Friseurhandwerk und arbeitet hier an einem Übungskopf zuhause in Fechingen.

Celine Schieber (25) ist die landesbeste Jungmeisterin im Friseurhandwerk und arbeitet hier an einem Übungskopf zuhause in Fechingen.

Foto: BeckerBredel

Doch es lief nicht rund, sie brach ab und konnte im Friseurgeschäft ihrer Mutter das Praktikum beenden und so den Schulabschluss sicherstellen.

„Ich kannte den Salon zwar, aber beim Mitarbeiten bekam ich eine ganz andere Sicht auf die Dinge“, sagt sie heute. Eine „Ausbildung bei Mama“ sei nie in Frage gekommen, das wollten Mutter und Tochter nicht. Dann entdeckte Celine Schieber im Vorbeigehen den Aushang eines Saarbrücker Friseurs, der eine Auszubildende suchte. Schieber klopfte an und wurde genommen. Auch hier wechselte sie nach einem Jahr den Betrieb und schloss die Lehre letztlich bei Martina Dreßler ab. „Zu dieser Zeit arbeitete meine Chefin allein, sie konnte mich nicht übernehmen“, sagt die Jungmeisterin, die einen Friseur-Teilzeitjob annahm, im Supermarkt Regale einräumte und schließlich im Friseurladen eines Einkaufszentrums die begehrte Vollzeitstelle erhielt.

Nach einem letzten beruflichen Wechsel meldete sie sich parallel zur Meisterschule an. Doch dann  erwischte die Corona-Pandemie das Friseurhandwerk voll. „Ich war auf einmal in Kurzarbeit, das Geld reichte nicht mehr. In einem Corona-Testzentrum konnte ich was hinzuverdienen, das wurde von der Unternehmensgruppe Gregor Lehnert betrieben, einem Sicherheitsunternehmen. Als die Tests eingestellt wurden, war ich einen Monat im Sicherheitsdienst, dann wechselte ich in die Personaldisposition, wo ich heute noch arbeite.“

Die Leitstellenarbeit macht ihr Spaß, die Pandemie stoppte die Friseurkarriere. „Den Meisterbrief wollte ich trotzdem abschließen. Mein Vater hatte mir dringend dazu geraten, und auch ich wollte es“, sagt Celine Schieber. Denn mit dem Meisterbrief seien auch viele kaufmännische Inhalte verknüpft, außerdem biete er die Studienberechtigung. „Ein Meister ist nie umsonst“, sagt sie. Eine Mitwirkung in den Prüfungsausschüssen oder der Lehrlingsausbildung könne sie sich vorstellen, allerdings sei sie momentan im Sicherheitsdienst ausgelastet und zufrieden.