Laleh Hadjimohamadvali tritt für die AfD an bei der Saarbrücker OB-Wahl

Saarbrücker Oberbürgermeisterkandidaten : Gebürtige Iranerin will ins Rathaus

Laleh Hadjimohamadvali ist Saarbrücker Oberbürgermeisterkandidatin der AfD

Wenn es Laleh Hadjimohamadvali  gut mit einem meint, dann bietet sie an, einfach „Frau Walie“ zu sagen. Hadjimohamadvali sei selbst im Iran, ihrer Heimat, ein schwierig auszusprechender Name. Sie hat Verständnis dafür, dass die Deutschen mit der Aussprache noch weniger zurechtkommen. Frau Walie möchte  aber, dass die Deutschen mit ihr und ihrem Namen zurechtkommen – und sie am kommenden Sonntag, 26. Mai, wählen. Die 46-Jährige  wurde von der AfD als Oberbürgermeisterkanidatin für Saarbrücken nominiert.

Eine Iranerin als Spitzenkandidatin der AfD? Das hängt womöglich damit zusammen, dass sich die 46 Jahre alte Angestellte als „Islamflüchtling“ sieht, wie sie auf der Internetplattform Facebook schreibt. „Wir suchten in Deutschland den Frieden und bekamen den alten Feind“, schreibt sie. Und: Stoppt Sharia, rettet Deutschland.“

Ein anderer Facebook-Post führte dazu, dass das Amtsgericht Saarbrücken sie Ende Dezember 2018 wegen Gewaltdarstellung, Verbreitung kinderpornografischer Inhalte und Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilte. Sie veröffentlichte auf Facebook  ein Foto, das zeigt, wie ein kleines Mädchen zum Oralverkehr mit einem Mann in orientalischer Tracht gezwungen wird. Zuvor hatte sie bereits ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie ein kniender Mann inmitten einer Menschenmenge von einer vermummten Person mit Schwert, Säbel oder Machete enthauptet wird. Sie kämpfe damit „gegen den fundamentalistischen Islam“, argumentierte die Verteidigung.

Im Oberbürgermeisterwahlkampf setzt Laleh Hadjimohamadvali nun auf Schul- und Familienpolitik. Die Sicherheit in der Landeshauptstadt ist ihr Thema. Und die Verkehrspolitik. Sie fordert eine Südumfahrung durchs Deutschmühlental, um den innerstädtischen Verkehr zu entlasten. Und als jemand, der selbst die Saarbahn nutze, wisse sie, dass die Preise für viele Menschen zu hoch sind. Der öffentliche Personennahverkehr müsse billiger werden. Und nicht zuletzt wegen ihrer Herkunft könne sie Brückenbauerin sein zwischen Einheimischen und Zuwanderern, sagt „Frau Walie“.

Mehr von Saarbrücker Zeitung