Lafontaine teilt Kritik von Scheer an Cispa und Universität im Saarland

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach Mahnung von August-Wilhelm Scheer : Lafontaine forciert Kritik an IT-Strategie im Saarland

Nach der Attacke von August-Wilhelm Scheer nimmt die Debatte um die Standort-Politik des Landes Fahrt auf.

(nid/byl/ukl) Der Saarbrücker IT-Unternehmer August-Wilhelm Scheer hat Zuspruch für Kritik an der Innovationspolitik im Saarland und an der Entwicklung der Saar-Uni erhalten. „Das ist ein Weckruf zur rechten Zeit“, sagte der frühere Ministerpräsident und heutige Linke-Fraktionschef Oskar Lafontaine. Saarländische Innovationspolitik müsse mehr sein als „fortgesetzte Ankündigungen und Selbstbeweihräucherungen“. Das Saarland werde in der Konkurrenz zu Standorten wie Bochum, München und Darmstadt nur bestehen, wenn mehr in seine Forschungslandschaft investiert werde, sagte Lafontaine.

Scheer hatte in einem Gespräch mit der SZ angemahnt, dem saarländischen IT-Sektor drohe die Bedeutungslosigkeit. Einzelne Einrichtungen wie das neue Cispa-Institut für Computer-Sicherheit der Helmholtz-Gesellschaft könnten keine „Heilsbringer“ sein. Lafontaine sagte nun, Scheer habe Recht, wenn er die Versprechungen mit Blick auf das Cispa als unrealistisch betrachte.

Der neue Chef des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken, Antonio Krüger, sagte der SZ, Scheer habe „einen wichtigen Punkt angesprochen“, als er forderte, das Land müsse sich bei der Gewinnung von Nachwuchskräften „mehr Mühe geben“. Der Informatik-Standort Saarland sei aber „sehr gut“, sagte Krüger.

Der Bevollmächtigte für Innovation und Strategie der Landesregierung, Ammar Alkassar, erklärte am Abend gegenüber der SZ, er teile Scheers Forderung, dass das Land mehr Wertschöpfung aus dem Knowhow des Wissenschafts- und Forschungsstandortes generieren müsse. Er sei aber „fest davon überzeugt, dass Gründungsdirektor Michael Backes aus dem neuen Helmholtzzentrum ein weltweites Flaggschiff für Cybersicherheit entwickeln wird“. Die Spitze der Saar-Uni und die Cispa-Führung wollten sich gestern nicht zur Kritik Scheers äußern.

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