| 15:57 Uhr

Ärger im Nauwieser Viertel
Dauer-Party in der Nacht: Bürgermeister sieht Chancen für ein Ende

Auch der Wirt der Schankwirtschaft Bingert hat seit kurzem Türsteher und beteiligt sich damit an der gemeinsamen Aktion seiner Kollegen. Damit soll Ruhe auf der Straße einkehren.
Auch der Wirt der Schankwirtschaft Bingert hat seit kurzem Türsteher und beteiligt sich damit an der gemeinsamen Aktion seiner Kollegen. Damit soll Ruhe auf der Straße einkehren. FOTO: Matthias Zimmermann
Saarbrücken. Lärm bis in die Nacht auf offener Straße: Stadt Saarbrücken und Wirte haben sich auf gemeinsame Aktionen geeinigt, die Lage wieder in den Griff zu kriegen. Auch im Sinne der Bewohner. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Türsteher, Sicherheitspersonal, gemeinsame Kontrollgänge von Polizei und Ordnungsamt: All das soll helfen, wieder Ruhe im Nauwieser Viertel einkehren zu lassen. Nach einem Gespräch zwischen Saarbrückens Bürgermeister Ralf Latz (SPD) und Wirten des besonders in der Kritik stehenden Bermudadreiecks Nauwieser/Cecilienstraße zeigt sich der Verwaltungsmann überzeugt: „Ich glaube, wir kriegen das hin.“


Saarbrückens Bürgermeister Ralf Latz (SPD).
Saarbrückens Bürgermeister Ralf Latz (SPD). FOTO: Matthias Zimmermann

Massive Proteste seitens Anwohner



Seit Mai hatte es massive Proteste seitens Bewohnern über nächtliche Straßenpartys gegeben. Dabei gerieten auch die Gastronomen ins Visier, die nach Ansicht von Beschwerdeführern nicht entschieden genug gegen die wilden Feten unter freiem Himmel vorgegangen sein sollen. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Latz nach dem Treffen mit Lokalbetreibern. So sollen jetzt konsequent Stühle und Tische im Freien Punkt Mitternacht verschwinden. Auf Eigeninitiative setzen die Verantwortlichen freitags und samstags Türsteher ein, die darauf achten, dass keine Gläser und Flaschen nach draußen genommen werden. Ein privater Sicherheitsdienst spricht mit den hauptsächlich jungen Menschen auf der Straße, diese zu räumen und sich leise zu verhalten. Die meisten, bis zu 200, die das neuralgische Terrain nach Polizeiangaben nächtens bevölkern, sollen ihre Getränke selbst mitgebracht haben. So hatten die umliegenden Gaststätten nichts von diesem Besuch, weil er auch nicht bei ihnen einkehrte.

Kontrollen an Wochenenden

Unterdessen patrouillieren Polizisten und Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes an Wochenenden in dem Gebiet., „Wir wollen aber keine Polizeistaatsmaschinerie“, sagt Latz. Damit wehrt er sich gegen ein dauerndes Polizeiaufgebot, das für Ruhe sorgen soll. „Das Nauwieser Viertel war immer für seine freie Lebensart bekannt. das soll auch so bleiben.“ Allerdings wollten alle Beteiligten – Anrainer, Wirte und Stadt – keine Ballermann-Zone“. In drei Wochen soll eine erste Bilanz gezogen werden, ob die Maßnahmen etwas gebracht haben, kündigt Latz an. Wenn es nicht klappen sollte, müsste es Konsequenzen geben, beispielsweise Platzverweise, Strafzettel bis hin zu Konzessionsentzug.