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Label M macht mit bei den Tagen der Bildenden Kunst in Saarbrücken

Ein besonderes Projekt für die Tage der Bildenden Kunst : Bei label M treffen junge Künstler auf junge Leute mit Lust auf Kunst

„Wir versuchen schon immer, Kunst mit Sozialarbeit zu verbinden“, sagen die Macher von Label M, der Saarbrücker Werkstatt für Jugendkultur. Mit ihrem Projekt „Next Generation“, das man bei den Tagen der Bildenden Kunst am Wochenende entdecken kann, ist ihnen das auf besondere Weise gelungen.

Am Wochenende, 25. und 26. September, ist es wieder soweit: Zu den Tagen der bildenden Kunst öffnen überall in Saarbrücken Künstler und Künstlerinnen ihre Ateliers für kunstinteressierte Besucher.

Zumeist sind es arrivierte Künstler und Künstlerinnen, etablierte Akteure des Kunstbetriebes, die ihre Arbeitsstätten dort für Besucher zugänglich machen, einen Blick hinter die Kulissen erlauben.

Durch ein Projekt der Saarbrücker Werkstatt für Jugendkultur label M ist in diesem Jahr allerdings auch eine Gruppe Jugendlicher vertreten, die noch Anfang des Jahres gar keine richtige Idee davon hatte, was Kunst, Kulturbetrieb und Ausstellungen eigentlich genau sind.

Das label M bietet schon seit 2011 eine bunte Palette an Jugend-Kultur-Angeboten an, die längste Zeit ausschließlich durch Projektförderungen. Während durch die Übernahme der Mietkosten durch den Regionalverband Saarbrücken ständige Projekträume im Garelly-Haus unterhalten werden können, kann label M durch eine Grundförderung durch das Jugendamt des Regionalverbandes regelmäßig zwei wöchentliche Öffnungstage realisieren. Darüber hinaus stellt label M auch immer noch weitere, externe Anträge zur Förderung.

In der Corona-bedingten Ausschreibung des Fonds Soziokultur im Rahmen des Programms „Neustart Kultur“ gab es das Förderprogramm „Young Experts + Ko-Produktion“. Dort werden soziokulturelle Projekte gefördert, in denen junge Menschen vielmehr aktive Produzentinnen und Produzenten als nur Konsumentinnen und Konsumenten sind. Kulturelle Bildung wird nicht als Vermittlungsprojekt, sondern als Ko-Produktion verstanden.

„Und das ist ja eigentlich genau das, was wir hier schon immer machen“, erklären Thomas Langhammer, Gisela Zimmermann und Lilli Kindle, die gemeinsam mit Rûken Tosun das Basis-Team von label M bilden. „Wir versuchen schon immer, Kunst mit Sozialarbeit zu verbinden“, ergänzen sie. Das Projekt mit dem sich label M für die Förderung bewarb – und dessen Früchte an den Tagen der bildenden Kunst nun endlich dem Publikum präsentiert werden – heißt „Next Generation – Kunst im Austausch“.

Die Idee dahinter: „Wir wollten Jugendliche mit Künstler*innen zusammenbringen, die höchstens zehn Jahre älter sind als sie selbst“, erklären Langhammer, Zimmermann und Kindle, „also einen Austausch zwischen Menschen anregen, die noch aus den selben Jugendkulturen kommen“.

Thomas Langhammer ergänzt mit einem Grinsen und doch ganz ernst: „Ich zum Beispiel arbeite kaum noch im offenen Betrieb, einfach, weil ich mich zu alt fühle“. So hat sich das label M im letzten halben Jahr sechs junge Künstler und Künstlerinnen eingeladen, um den Jugendlichen in Workshops verschiedene Formen von Kunst näherzubringen und ihren eigenen Ausdruck zu fördern:

Amelie Kremer eröffnete den Jugendlichen die Welt der Graffitis, Jan Sahner und Rute gaben einen Workshop im Siebdruck, mit Tabea Sand fertigten die Jugendlichen Lichtobjekte an, bei Max Roth lernten sie Linolschnitte kennen, und mit Sebastian Wachs gestalteten sie Sprühschablonen. Das Besondere: „Teilweise waren das Leute, die vor fünf oder sechs Jahren noch selbst bei uns als Jugendliche mitgemacht haben“, sagt Thomas Langhammer.

Überhaupt hätten beide Seiten vom Projekt profitiert: „Wir konnten junge Künstler unterstützen, indem wir ihnen Honorarverträge geboten haben und ihnen Perspektiven aufzeigen, indem wir ihnen die Möglichkeit gegeben haben, Erfahrungen im sozialen Bereich zu machen“, erklärt Zimmermann. Zwei der sechs Workshopleiter will label M jetzt auch längerfristig beschäftigen.

Und die Jugendlichen, die haben für sich eine völlig neue künstlerische Ausdruckswelt entdeckt. „Am Anfang war das Thema Ausstellung für die Jugendlichen noch gar nicht so von Interesse“, sagt Zimmermann, „aber seitdem wir aufbauen, bringen sie sich auch dabei ein und sind sehr aufgeregt“. Begutachtet werden können die Kunstwerke der Jugendlichen Seite an Seite mit den Kunstwerken ihrer Workshop-Leiter am Wochenende im Garelly-Haus.