Kundgebung in Saarbrücken mit Lafontaine

Kundgebung in Saarbrücken : Lafontaine: Europa droht gefährliche Destabilisierung

Nach der Aufkündigung des INF-Vertrags zum Verzicht auf atomare Mittelstreckenwaffen durch die USA hat Linke-Politiker Oskar Lafontaine vor einem neuen Wettrüsten in Europa gewarnt.

Der Schritt führe „zu einer für Europa gefährlichen Destabilisierung“, sagte Lafontaine bei einer Friedenskundgebung der linken Sammlungsbewegung „Aufstehen“ im Saarland am Donnerstag in Saarbrücken. „Mittelstreckenraketen haben zu geringe Vorwarnzeiten. Weil Menschen und Computer Fehler machen, stand die Welt schon öfter am Rande eines atomaren Weltbrandes.“

Es sei nun zu befürchten, dass europäische Regierungen die Stationierung landgestützter US-Raketen mittragen würden, während Russland seine Raketen auf diese Raketenbasen richten werde, sagte ein Sprecher von „Aufstehen“ im Saarland. „US-Atomraketen haben auf europäischem Boden nichts verloren! Der atomare Wahnsinn muss beendet werden!“. Zur Kundgebung waren rund 100 Menschen gekommen. Insgesamt zählt die Bewegung im Saarland nach eigenen Angaben rund 2000 Unterstützer. Bundesweit sollen es rund 170 000 Mitglieder sein.

Der INF-Abrüstungsvertrag aus dem Jahr 1987 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion untersagt den Bau und Besitz landgestützter, atomar bewaffneter Raketen oder Marschflugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometern. Nach der Aufkündigung des Abkommens durch die USA Anfang Februar hatte Russland den Vertrag ausgesetzt.

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