Kultusministerium in Saarbrücken: Experten begrüßen Beschluss im Stadtrat

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach Saarbrücker Stadtratsbeschluss : Fachleute begrüßen Einsatz zum Erhalt des denkmalgeschützten Kultusministeriums

Oliver Strauch freut sich. Der Musikprofessor wirbt seit geraumer Zeit dafür, aus dem Pingusson-Gebäude in Saarbrücken (gebaut als französische Botschaft, genutzt als saarländisches Kulturministerium) ein Haus der Kunst zu machen.

Der Beschluss des Saarbrücker Stadtrates kommt ihm also recht, ist Bestätigung für ihn. Bekennt sich der Rat doch dadurch zu dem Gebäude, entscheiden kann er darüber allerdings nicht.

Im Rat haben SPD, CDU, Grüne, FDP und Linke die Landesregierung dazu aufgefordert, eine Sanierung des Gebäudes zu ermöglichen und ein Nutzungskonzept auszuarbeiten. Um die hohen Kosten für die Sanierung zu stemmen, solle man sich um Unterstützung von Bund, EU und Frankreich kümmern. Für die Kosten gibt es unterschiedliche Angaben: von 40 Millionen ist die Rede, Bauminister Klaus Boullion (CDU) hat sie gerade in einer persönlichen Schätzung mit 53 Millionen Euro angegeben..

Das Gebäude wird seit vier Jahren nicht mehr als Verwaltungsgebäude genutzt. Das Kultusministerium ist in der alten Post in der Trierer Straße untergebracht. Für 1,1 Million Kaltmiete jährlich.

Mit dieser Reklame wirbt Saar-Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) für den Erhalt des alten Bildungsministeriums. sie erscheint in Spezialmagazinen und in sozialen Netzwerken des Internets. Foto: Phrontis auf Wikimedia Commons

Der Saarbrücker Rat möchte auch, dass der angrenzende Park für die Bürgerinnen und Bürger geöffnet wird.

Kultusminister Ulrich Commerçon (SPD) ist einer der immer wieder für das Pingusson-Gebäude eintritt. Eine Landesregierung, die sich die „Frankreichstrategie auf die Fahne geschrieben hat“, könne nicht daran interessiert sein, das Gebäude abzureißen, sagte er Anfang August im Sommergespräch in der Staatskanzlei. „Bei einem Abriss würde ganz Europa über uns lachen.“

Oliver Strauch wirbt unterdessen weiter für das Haus. „Vive le Pingu“ ist das Motto. Der Kultusminister verkündet es inzwischen auch in Werbeanzeigen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung