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Historisches Museum fit für die Zukunft
Historisches Museum kriegt die Kurve

Eine der Attraktionen des Historischen Museums sind die Kasematten, 14 Meter tief in der Erde.
Eine der Attraktionen des Historischen Museums sind die Kasematten, 14 Meter tief in der Erde. FOTO: Iris Maria Maurer
Saarbrücken. Nach schwierigen Zeiten sieht es inzwischen wieder ein wenig besser aus. Eine schlechte Nachricht gibt es trotzdem. Von Silvia Buss

Er wolle das Museum aus seinem Dornröschenschlaf wach küssen, hatte Simon Matzerath im Februar 2017 im Saarbrücker Kulturausschuss angekündigt. Damals stellte er sich den Stadtverordneten als neuer Direktor des Historischen Museums Saar mit vielen neuen Plänen vor.


Er hatte offenbar nicht zu viel versprochen. 21 Prozent mehr Besucher habe das Museum 2017 gegenüber dem Vorjahr angezogen und 29 Prozent mehr Kasseneinnahmen erzielt, konnte er am vorigen Donnerstag bei seinem zweiten Besuch im Kulturausschuss vermelden. Er führt das vor allem auf die große Sonderausstellung über saarländische Prominente zurück, zu dem das Museum auch zum ersten Mal seit 2000 wieder einen großen Katalog herausgeben hat, der sich gut verkauft habe. Als Erfolg wertet Matzerath auch eine Präsentation von Star-Wars-Figuren. Sie habe zu 80 Prozent neue Besucher-Zielgruppen ins Haus gelockt, die dann nicht nur die Sternenkrieger, sondern auch die Prominenten- und die Dauerausstellung erkundet hätten.

Anfang des Jahres, erklärte Matzerath aber auch, da habe sich das Museum in einer „engen und schwierigen Finanzlage“ befunden. In den vorigen Jahren habe es sich „in einen Flaschenhals hineinbewegt“, so dass nun die Grundfinanzierung in Gefahr gestanden hätte. Gemeinsam mit den Trägern des Museums, dem Kultusministerium und dem Regionalverband, habe man einen Ausweg suchen müssen – und offenbar gefunden. „Ich würde mal behaupten, dass es weiter geht mit dem Museum“, gab sich der Direktor zuversichtlich, ohne Details zu nennen. Und noch eine schlechte Nachricht brachte Matzerath mit: Mit Wissensvermittlung könnten Historische Museen heute kaum noch bei Besuchern punkten, nur noch das Erlebnis, das Event ziehe. Das hätten ihm Kollegen eröffnet, als Matzerath mit seinem Team im Juni große Häuser wie das Bonner Haus der Geschichte und das Rijksmuseum Amsterdam besuchte, um neue Impulse für die Museumsarbeit zu erhalten. Dennoch, unterstrich der Museumsdirektor, wolle man auch künftig „die Balance halten zwischen Erlebnis und Wissenschaft“. Derzeit baut das Museum seine Dauerausstellung um. Um die Besucher zu ermuntern, nicht nur die ersten, sondern alle Abteilungen des Museums zu besichtigen, will man sie künftig direkt am Eingang in einem 17-minütigen Überblicks-Video in drei Sprachen vorstellen. Auch die Homepage des Museums soll bis zum nächsten Sommer modernisiert und zudem mit den Museen jenseits der Grenze vernetzt werden.