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Angst um Innere Sicherheit
Polizei-Gewerkschaft warnt: viel zu wenig Bewerber, schlechte Bezahlung im Saarland

Angst um die Zukunft der Polizei im Saarland: Die Gewerkschaft warnt vor weiterem Stellenabbau. (Symbolbild)
Angst um die Zukunft der Polizei im Saarland: Die Gewerkschaft warnt vor weiterem Stellenabbau. (Symbolbild) FOTO: dpa / Silas Stein
Saarbrücken. Gefährdet der Stellenabbau bei der saarländischen Polizei die innere Sicherheit? Zumindest sieht Gewerkschafstchef David Maaß eine erdrückende Last auf seine Kollegen zukommen. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Die Zahl der Bewerber für eine Laufbahn bei der saarländischen Polizei hat sich binnen zehn Jahren mehr als halbiert. Das berichtet die Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Saarland.So sollen es 2008 noch 1300 Menschen gewesen sein. Zum Bewerbungsschluss am Montag, 15. Oktober, seien nur 600 Bewerbungen eingegangen. 2017, meldet ein GdP-Sprecher, waren es knapp 850. Für die Gerwerkschaft sei diese Entwicklung besorgniserregend. Schuld daran gibt sie der Landesregierung.


Hohe Belastung, schlechte Bezahlung

GdP-Chef im Saarland, David Maaß, fordert Landesregierung auf, mehr für seine Kollegen im Vollzugsdienst zu tun.
GdP-Chef im Saarland, David Maaß, fordert Landesregierung auf, mehr für seine Kollegen im Vollzugsdienst zu tun. FOTO: GdP


GdP-Landeschef David Maaß: „Die politisch Verantwortlichen haben das Schiff Polizei in den letzten Jahren sehenden Auges in Richtung des Eisberges gesteuert.“ Personalabbau, hohe Arbeitsbelastung und schlechte Besoldung ließen junge Menschen in andere Länder oder in die freie Wirtschaft abwandern. Maaß fordert Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) auf, den Sparkurs bei der Polizei zu verlassen, „bevor die saarländische Polizei nicht mehr zu retten ist“. Dringend erforderlich seien 500 Mehreinstellungen bis 2030 sowie Besoldung wie im Bundesdurchschnitt. Die liege zurzeit auf dem zweitletzten Platz aller Länder.

Historischer Tiefststand

2500 Beamte zähle die Polizei derzeit im Saarland, das sei historischer Tiefststand. „Die Belastungsgrenze der Kolleginnen und Kollegen ist in vielen Arbeitsbereichen überschritten“, sagt Maaß. Trotzdem gehe der Personalabbau weiter. Der Gewerkschaftler appelliert an die Fürsorgepflicht des Dienstherrn, Innenminister Klaus Bouillon (CDU). Maaß vermisst die Wertschätzung gegenüber seinen Kollegen.

Die GdP zählt nach eigenen Angaben 2700 Mitglieder im Saarland und organisiere rund 70 Prozent der saarländischen Polizeibeschäftigten.