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Sommerfest: Kostbar-Fest mehr als ein Trostpflaster

Sommerfest : Kostbar-Fest mehr als ein Trostpflaster

Aus organisatorischen und finanziellen Gründen fand das Nauwieser Fest nicht statt, dafür gab es eine Alternative.

Als mehr als ein Trostpflaster für das schon vor Wochen abgesagte Nauwieser Fest hat sich am Wochenende das „Kostbare Sommerfest“ in der „Nauwieser Oase“ des Café Kostbar und des Nauwieser Neunzehn (N.N.) erwiesen. Vor allem an den Abenden war auf dem groben Pflaster, das in Verbindung mit den meist unverputzen und statt dessen mit Efeu, Rosenstöcken und anderen Kletterpflanzen bewachsenen Mauerwerken einen einzigartigen Hofcharakter erzeugt, allerhand los. Auch wenn die Konkurrenz groß war. „Viele wollten Freitagnacht das Mondspektakel beobachten“, so Gerd Kühn, der Mann im Kostbar-Betreiberpaar, das er mit Calegra Lunetta bildet. Das kostbare Sommerfest im Hof dennoch stets gut besucht: „Wenn einige gingen, um den Mond zu sehen, kamen noch mehr andere herein.“

Verhalten noch der Beginn am Samstagnachmittag,  Zeit genug für Kühn, sich am Technik-Pult darum zu kümmern, dass „Poets and Fools“, ein junges Unplugged-Duo mit dem ersten Auftritt des Tages prima klingen. Nach und nach treffen immer mehr junge Leute ein, die Paulina Kruszynski und Lukas Seger, die sich als Duo der Poeten und Verrückten bezeichnen, zuhören. Als sie die Bühne für Akkordeonistin Nicole-Jeanne Haevener räumen, ist schon viel los im Hof des Café Kostbar, später sollte es noch voller werden. Kühn: „Schließlich kommen die Hatchetations als Haupt-Act mit modernem Roots-Folk  mit Kontrabass, Mandoline, Banjo, Gitarre, Geige, mehrstimmigem Gesang und ganz viel Südstaatenfeeling erstmals seit langem vollzählig.“ Trotz der außerirdischen Konkurrenz am Vortag, sei schon der Freitagabend überwältigend gewesen: „Mit einer solchen Resonanz hätte ich nicht gerechnet.“  Die, die da sind, freuen sich über das Trostpflaster-Fest. „An solch schönen Sommerabenden muss man doch einfach gute Musik im Freien genießen“, sagt Manfred Dietz. „Vielleicht auch ganz gut so, dass das ganz große Fest nicht stattfindet – schließlich potenziert sich damit ja auch der Stress im Vorfeld, den zum Beispiel die Parkplatzsuche mit sich bringt“, meint Irene Müller.

„Das hier ist einfach eine schöne Alternative, die den Ausfall des Nauwieser Festes leichter verschmerzen lässt“, findet Isabelle Schön. „Nicht dasselbe, weil das Nauwieser Fest doch seinen eigenen Charakter hatte, deshalb vermisse ich das trotzdem“, trauert Lukas Brenner. „Trotzdem“, so merkt er an, „bin ich froh, dass an diesem Wochenende gute Musik in angenehmer Atmosphäre geboten wird.“ Probleme mit den Nachbarn gebe es laut Veranstalter Kühn jedenfalls nicht: „Sie wurden im Vorfeld rechtzeitig informiert und die meisten kommen einfach rein und machen mit. Er gibt sich selbstbewusst: „Ob das Nauwieser Fest nochmal stattfindet oder nicht, ist uns eigentlich egal – wir machen mit unserem Fest so weiter.“